AZ-Leser kritisieren Vorstoß für die Sülzwiesen / Lüneburger SPD will kostenlose Stellplätze für Pendler

Parkgebühren bleiben umstritten

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60 Cent Parkgebühr auf den Lüneburger Sülzwiesen? Zu viel für Pendler, die in Restaurants oder im Einzelhandel arbeiten, findet die SPD.

Lüneburg. Wird das Parken in den Lüneburger Sülzwiesen zukünftig gebührenpflichtig? 60 Cent pro Stunde sind im Gespräch (AZ berichtete). Auch bei den AZ-Lesern regt sich Widerstand gegen den Vorschlag der Jamaica-Gruppe CDU/Grüne/FDP im Lüneburger Stadtrat.

„Ich fahre nach Lüneburg, um zu arbeiten, muss gezwungenermaßen irgendwo parken – öffentlicher Nahverkehr ist teurer als mein Auto – und soll meinen sauer verdienten Lohn dann in Parkgebühren investieren, um überhaupt zur Arbeit zu können“, schreibt Viviane Quast erbost. 64 Prozent der Nutzer sind nach einer Befragung Pendler. „So verlagert ihr das Shoppen ausschließlich ins Internet“, kommentiert Florian Grunau. „Der Mensch ist nun mal bequem – soll die Stadt brummen, muss es dort ebenfalls bequem sein.“

Der Lüneburger Verkehrsausschuss hat am Dienstagabend keine Entscheidung getroffen. Zunächst soll das Thema anhand der Verwaltungsinformationen in den Fraktionen diskutiert werden. „Es zeigt sich kein einheitliches Bild“, sagt Ausschussvorsitzender Jens-Peter Schultz auf AZ-Nachfrage. „Wir wollen auch die Bürger zu Wort kommen lassen“, fügt er hinzu. Die vorgelegte umfangreiche Vorlage diene dabei als Diskussionsgrundlage.

Die SPD ist grundsätzlich gegen die Einführung der Parkgebühren. „Die Leute, die da parken, arbeiten in den Restaurants, bei Karstadt, im Einzelhandel“, ist Schultz überzeugt. „Für diese Leute ist das zu viel. Die Touristen können in die Parkhäuser fahren.“ Als Nebenwirkung würden die benachbarten Wohngebiete am Klinikum und im tiefen Tal noch stärker mit Verkehr belastet. „Dann gibt es wieder Parksuchverkehr, und das wollen wir nicht“, stellt der SPD-Ratsherr klar. Eine soziale Komponente, wie von den Grünen vorgeschlagen, sei nicht möglich, wie ein Rechtsgutachten der Stadt zeige.

„Wir halten den Vorschlag nicht für umsetzbar. Das schadet dem Kaufhaus Innenstadt“, meinte Oberbürgermeister Ulrich Mädge im Verkehrsausschuss. Nach dem Vorschlag von Lüneparken, den Geschäftsführer Felix Manzke vorstellte, würde es Monatskarten für 50 Euro geben, Jahreskarten für 500 Euro.

Auch Positives entdeckt Schultz in den Planungen. Etwa die Idee, einen zentralen Standplatz für Reisebusse auf der Westseite der Sülzwiesen zu schaffen. „Dann kriegen wir vielleicht noch ein paar Parkplätze mehr hin.“

Von Gerhard Sternitzke

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