Ein Hauch von Exotik in Eitzen I

Yanina Bernhardt hält in ihrem Garten Gelbbrustaras und Graupapageien

Die bunten Gelbbrustaras Mio und Ava leben, ebenso wie die Graupapageien Bibi und Kalle, im Garten von Yanina Bernhardt und ihrer Familie in Eitzen I.
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Die bunten Gelbbrustaras Mio und Ava leben, ebenso wie die Graupapageien Bibi und Kalle, im Garten von Yanina Bernhardt und ihrer Familie in Eitzen I.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Eitzen I – „Wir ziehen das Federvieh an“, sagt Yanina Bernhardt lachend, während zwei Enten durch ihren weitläufigen Garten in Eitzen I watscheln. Auch Hühner laufen frei umher, hin und wieder ist ein leises Gackern zu hören.

Die wahren Stars in Bernhardts Garten sind aber Mio und Ava, zwei Gelbbrustaras. In der gesamten Nachbarschaft sind die bunten Vögel inzwischen bekannt, denn bei Bernhardt dürfen sie frei fliegen. Eine reine Käfighaltung sei nicht artgerecht. „Wir haben extra ein großes Grundstück mit vielen Obstbäumen, damit die sich hier wohlfühlen“, betont Bernhardt. „Tiere, die so frei fliegen, das ist einfach faszinierend.“

Papageien im Freiflug

Sorgen macht sich die Eitzenerin um ihre Papageien nicht. Denn nach jeder Flugrunde kommen sie von allein zurück. „Papageien sind hoch intelligent“, weiß Bernhardt. Zudem sind sie größer als die üblichen heimischen Greifvögel und haben somit keine Fressfeinde. „Alle Raubvögel haben Angst vor den Aras“, sagt Bernhardt. Die zwei Graupapageien Bibi und Kalle, die ebenfalls in Bernhardts Garten leben, sind da schon mehr Gefahr ausgesetzt: „Auf die muss man immer ein bisschen aufpassen.“ Aufgrund ihrer geringeren Körpergröße könnten sie eher von Raubvögeln angegriffen werden. Darüber hinaus hat der über 60-jährige Kalle schon Probleme mit dem Sehen und kann auch deshalb nicht mehr frei umherfliegen.

Während Bernhardt die Graupapageien aus dem Tierschutz übernommen hat, kommen die Aras Mio und Ava von einem Züchter. Daher sind die Tiere auch an Menschen gewöhnt. „Aber dementsprechend sind die auch frech“, sagt Bernhardt lachend. „Die sind eher Spaßvögel und lieben es, zu piesacken. Die merken, wenn sie Eindruck schinden können.“ So habe auch schon mal ein Jogger vor Schreck auf dem Boden gelegen, weil die Papageien im Tiefflug über ihn hinweg gesegelt seien.

Im Dorf akzeptiert

Dennoch seien die Vögel im Dorf akzeptiert und würden bei jedem Flug für Freude sorgen. Daneben nimmt Bernhardt auch Rücksicht: „Wir versuchen, dass die nicht morgens um 6 Uhr direkt herumkrakeelen.“ Dafür werden in der Schlafstelle die Fenster geschlossen und auch eine Lärmschutzwand wurde schon in der Voliere eingezogen. Inzwischen seien die Vögel – beide zwölf Jahre alt – aber auch lieber und braver geworden. „Die werden vernünftiger im Alter“, meint Bernhardt augenzwinkernd.

Beim Pressetermin zeigen sich Mio und Ava auch noch eher zurückhaltend. Wahrscheinlich habe Ava Eier gelegt, ahnt Bernhardt, weswegen sich auch Mio nicht zu weit von seiner Partnerin entfernen wolle. Zu einer Brut kommt es aber nicht, die Eier werden weggenommen oder angestochen. „Wir wollen nicht, dass die brüten, weil wir nicht wüssten, wo wir die abgeben sollten“, sagt Bernhardt. Denn es gebe bereits zu viele Papageien aus nicht artgerechter Haltung und von überforderten Besitzern in den Tierheimen. Gelbbrustaras können laut Bernhardt um die 40 Jahre alt werden, teilweise auch noch älter: „Das ist eine Verantwortung fürs Leben.“

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