Pandemie ist „nahezu branchenübergreifend spürbar“

IHK Lüneburg-Wolfsburg: Hauptgeschäftsführer fordert schnelle Auszahlung der Corona-Hilfen

Einzelhandel in den Innenstädten
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Gerade der Einzelhandel in den Innenstädten bereitet der IHK Lüneburg-Wolfsburg sorgen. Sie rechnet mit Geschäftsschließungen im ersten Quartal.

Lüneburg – Regionale Unternehmen stehen wegen der Corona-Pandemie weiterhin unter enormem Druck. Das betont Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg. Der Druck werde durch die Lockdown-Verlängerung weiter erhöht.

Das zeigen auch die Ergebnisse einer IHK-Umfrage: Demnach verzeichneten 52 Prozent der 620 befragten Unternehmen bereits Ende des vergangenen Jahres einen Eigenkapitalrückgang. Rund 30 Prozent gaben an, mehr als die Hälfte ihrer Umsätze eingebüßt zu haben. Jedes dritte Unternehmen hat bereits Personal abgebaut und jedes achte sieht sich laut der Umfrage akut von einer Insolvenz bedroht.

Verzögerung auch bei Dezemberhilfen?

Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg

„Um die Folgen dennoch so gut es geht abzufedern, ist eine schnelle Auszahlung der öffentlichen Hilfen jetzt elementar“, sagt Zeinert. Dass die Bundesregierung die vollständige Auszahlung der beantragten Novemberhilfe über die Länder spätestens ab dem 10. Januar angekündigt hat, ist für ihn ein „Armutszeugnis. Für viele Unternehmen wäre die Auszahlung bereits im Dezember überlebenswichtig gewesen“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Die Anträge für die Dezemberhilfe – die sogenannte „Überbrückungshilfe III“ können seit Mitte Dezember gestellt werden. Auch dabei deutet sich laut Zeinert eine Fortsetzung der Verzögerungen an. Dabei sei es für die Betriebe elementar, dass die Hilfen schnell ausgezahlt würden, weiß er.

Große Sorgen bereitet der Kammer aktuell der Einzelhandel in den Innenstädten, der durch den Lockdown einen großen Teil des dringend benötigten Weihnachtsgeschäfts verloren habe. „Wir rechnen im ersten Quartal mit einer größeren Zahl von Geschäftsschließungen im Einzelhandel“, sagt Zeinert. Nach wie vor seien auch das Reise- und Veranstaltungsgewerbe in besonderem Maße von der Corona-Krise betroffen. Auch die Gastronomie sei weiter sehr angeschlagen. Insgesamt seien die Folgen der Pandemie „nahezu branchenübergreifend spürbar“, erklärt Michael Zeinert.

Regionale Wirtschaft für Zukunft rüsten

Er sieht in der aktuellen Krise aber auch eine Chance, „Defizite anzugehen, Lösungen von Übermorgen zu realisieren und Wachstum zu ermöglichen“. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg greife diese Ansätze mit dem Jahresthema „Region zukunftsfähig aufstellen“ auf. Beratend steht die Kammer bei kurzfristigen Unterstützungsleistungen von Bund, Ländern und Kommunen zur Seite. Zudem „setzen wir uns ein für Investitionen in wichtige Infrastrukturprojekte und Bürokratieabbau“, so Zeinert.

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