Sicherheitsberater des Seniorenbeirats Bienenbüttel beraten von Enkeltrick bis Einbruchsschutz

„Oma, rate mal, wer dran ist!“

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Immer wieder erhalten Senioren Anrufe von angeblichen Enkeln, die dringend Geld benötigen. Die Sicherheitsberater des Seniorenbeirats Bienenbüttel kennen die Tricks der Ganoven.

Bienenbüttel. Mir passiert so etwas nicht! Das denkt mancher, wenn er davon liest, wie Senioren angeblichen Enkeln Geld überweisen.

Wie man sich vor Betrügern und Dieben schützt, das wissen fünf Mitglieder des Bienenbütteler Seniorenbeirats, die sich vor einiger Zeit in einer dreitägigen Fortbildung der Polizei als Sicherheitsberater haben schulen lassen. Sie sind jetzt Ansprechpartner für die ältere Bevölkerung.

Die Erfahrung, wie es ist, wenn das eigene Vertrauen missbraucht wird, hat Axel Holst auch schon selbst gemacht. Die Betrüger informierten ihn telefonisch über eine Sicherheitslücke seines Betriebssystems. Holst fiel zunächst auf den rhetorisch geschickten Anrufer herein, ermöglichte ihm den Fernzugriff auf seinen Computer – höchste Gefahr vor allem für seine Kontodaten. Erst nach Ende des Gesprächs schöpfte er Verdacht: „Ich habe dann ganz schnell die Bank angerufen und das Konto gesperrt“, erzählt er.

Damit andere Senioren solchen Tricks gar nicht erst auf den Leim gehen, möchten die Mitglieder des Seniorenbeirats ihr Wissen gerne an Senioren in der Gemeinde Bienenbüttel weitergeben. Dazu planen sie eine noch nicht terminierte Informationsveranstaltung mit DRK und SoVD. Und sie bieten Bienenbütteler Senioren Einzelberatungen an, etwa dazu, wie man sein Haus gegen Einbrecher sichert oder wie man sich verhält, wenn ein Unbekannter an der Tür klingelt.

Ein gesundes Misstrauen ist angebracht, rät Holst. „Kette vor und dann öffnen!“, rät er. „Wer unsicher ist, holt einen Nachbarn hinzu.“ Für den, der ein Glas Wasser wünscht, könne man Hilfe rufen. Für Betrüger sei das der Moment, wo sie das Weite suchen.

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn (nicht nur) ältere Menschen in der Stadt unterwegs sind. Menschenmengen meiden und noch aufmerksamer sein: Wer seine Spende extra quittiert, läuft Gefahr, dass ein Kumpan das Portemonnaie leert. Und natürlich: Die Geldbörse gehört nicht in die hintere Hosentasche, und Handtaschen haben nichts im Einkaufswagen zu suchen. Beide sind für Langfinger unwiderstehlich.

Holst weiß auch, warum immer wieder Menschen auf den Enkeltrick hereinfallen. Die Täter nennen nicht ihren Namen, sondern sie fragen: „Oma, rat mal, wer dran ist!“ Dann werden Sachzwänge aufgebaut: Das Auto ist kaputt, für ein neues fehlt das Geld, und das Auto braucht er doch, um die neue Arbeit zu erreichen. Den Enkel wird der Getäuschte nie sehen. Das Geld holt ein Kumpane ab.

Info: (0 58 23) 74 89, axel.holst@gmx.de

Von Gerhard Sternitzke

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