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„Der Nutzen ist in Frage zu stellen“

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Von: Gerhard Sternitzke

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Vier Straßen treffen in Bornsen aufeinander. Im Rahmen der Dorferneuerung gab es Überlegungen, den Verkehr durch einen Kreisel zu bremsen. © Sternitzke

Bornsen. Die Bienenbütteler Dörfer putzen sich heraus. Im Rahmen der Dorferneuerung fließen Mittel in Sprossenfenster und neue Ziegeldächer, in Fachwerk und Holzverschalungen. So soll das typische Erscheinungsbild der Bauernhöfe erhalten oder wiederhergestellt werden.

Doch auch öffentliche Projekte sind geplant. Nach der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in Steddorf und dem neuen Gehweg in Grünhagen stehen Varendorf und Bornsen auf der Prioritätenliste der Dorferneuerung, die noch einmal bis 2019 verlängert wurde (AZ berichtete). Das Interesse der Bornsener hält sich allerdings in Grenzen.

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Heinrich Hellbrügge. © Archiv

Ein Kreisel mit Fahrbahnverschwenkungen könnte den Verkehr im Dorf bremsen, das war die Idee im Arbeitskreis Dorferneuerung. Bislang trifft der Verkehr aus den Richtungen Rieste, Velgen und Varendorf auf einer Kreuzung am Buswartehäuschen zusammen. Ein Pfahl mit unzähligen Schildern in alle Richtungen schmückt den Knotenpunkt. Häufig rauschen die Autos mit überhöhter Geschwindigkeit in das 95-Seelen-Dorf. Der Kreisel ist dennoch umstritten.

„Die Kosten sind sehr hoch, und der Nutzen ist in Frage zu stellen“, sagt Ortsvorsteher Heinrich Hellbrügge. Bei Aufstellung des Dorferneuerungsplans hatte die Planerin die Baumaßnahme mit 140 000 Euro kalkuliert. „Das ist viel Geld für den Ort“, betont Hellbrügge. Neben dem Geld – öffentliche Projekte werden mit rund 50 Prozent der Kosten gefördert – spielen bei dieser Stimmungslage auch Grundstücksfragen eine wichtige Rolle. „Da bräuchte man viel Land von Anwohnern“, erklärt Hellbrügge.

„Das Wesentliche, was die Leute bei uns wollen, ist, dass nicht so schnell ins Dorf reingefahren wird“, betont der Ortsvorsteher. Vor allem aus Richtung Velgen rauschen die Autos nach seinen Worten mit viel zu schnell in den Ort. Deshalb sollen Geschwindigkeitsmesstafeln wie in Eitzen I aufgestellt werden.

Dabei verweist Hellbrügge auch auf die dort bislang gemachten Erfahrungen: „Mit den Anlagen wird acht bis zehn Prozent weniger schnell gefahren.“

Von Gerhard Sternitzke

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