Tanja Schröder zieht mit Spielwarenladen „Büddelbiene“ nach Bevensen

Nächster Leerstand in Bienenbüttel

Tanja Schröder in ihrem Spielwarengeschäft „Büddelbiene“ in Bienenbüttel
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Tanja Schröder zieht zum 1. Oktober mit ihrem Spielwarengeschäft „Büddelbiene“ von Bienenbüttel nach Bad Bevensen. Damit steht innerhalb kurzer Zeit ein weiterer Laden an der Bahnhofstraße leer.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Bienenbüttel – Die Bienenbütteler müssen schon bald einen weiteren Leerstand an der Bahnhofstraße verkraften. Nach „Malous Dekowelt“, das komplett auf Onlinehandel umgestellt hat, kehrt nun auch Tanja Schröder mit ihrem Spielwarengeschäft „Büddelbiene“ der Gemeinde den Rücken.

Am 15. September wird Schröder zum letzten Mal ihre Ladentüren in Bienenbüttel öffnen, ab 1. Oktober ist sie dann mit der „Büddelbiene“ in Bad Bevensen zu finden. Wie kommt es dazu? „Das ist ein absolut finanzieller Aspekt, der uns zum Umziehen zwingt“, erklärt Schröder im AZ-Gespräch. Durch die Corona-Pandemie habe sie viele Verluste hinnehmen müssen.

Kundenfrequenz im Kernort fehlt

„Die Kundenfrequenz fehlt“, sagt Schröder. Viele hätten während der Lockdowns Einkäufe im Internet erledigt: „Das quält dann den Einzelhandel.“ Seit Dezember reife die Idee, umzuziehen, sagt Schröder. Ein Kriterium war unter anderem die Miete: In Bevensen sei die Miete im Verhältnis günstiger, da dort die Lagerräume inklusive seien, berichtet Schröder.

Gerne verlässt Schröder Bienenbüttel jedoch nicht. Seit März 2017 betreibt sie hier die „Büddelbiene“. „Mein Herz blutet, und ich bin ganz traurig“, sagt Schröder. Trotz aller Bemühungen, zum Beispiel des Lieferservices der Wirtschafts- und Tourismusgemeinschaft (WTG) während des Lockdowns, wurde dieser Schritt nötig. „Wenn die Einwohner das nicht annehmen, ist es immer etwas schwierig“, sagt Schröder.

WTG bedauert Ladenschließung

Auch Oliver Homann-Stahl, Vorsitzender der WTG, bedauert Schröders Umzug, da sie in dem Verein immer engagiert gewesen sei. Auch dass innerhalb kurzer Zeit ein zweiter Laden im Kernort schließt, sei bedauerlich, denn Leerstände seien immer unattraktiv – für Einwohner, aber auch mögliche neue Gewerbetreibende könnten abgeschreckt werden. „Das macht deutlich, dass Bienenbüttel für den Einzelhandel bei der Einwohnerzahl schwierig ist“, meint Homann-Stahl. „Da ist Bevensen mit den Touristen und den Einwohnern eine andere Sache.“ Zudem seien der Onlinehandel und große Discounter, die während des Lockdowns nicht schließen mussten, eine große Konkurrenz für die Spielwarenbranche.

Nach dem Umzug der „Büddelbiene“ steht Bienenbüttel ohne Spielwarenladen da. „Da ist für manche der Anlass weg, in den Kernort zu fahren“, betont Homann-Stahl. Er hoffe, dass dies wiederum keine Auswirkung auf die anderen Geschäfte habe. „Ansonsten appelliere ich nur an die Bienenbütteler, das, was man in Bienenbüttel bekommt, auch in Bienenbüttel zu kaufen“, so der WTG-Vorsitzende.

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