Bienenbütteler Hotel Drei Linden jetzt doch abgerissen / Noch keine Baugenehmigung für Wohnanlage

„Nächste Woche geht’s los“

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Jetzt soll es weitergehen an der Lindenstraße. Für 4,6 Millionen Euro soll hier eine Wohnanlage mit Eigentumswohnungen entstehen. Die Baugenehmigung liegt allerdings immer noch nicht vor.

Bienenbüttel. Am Ende bleiben einige Mauerreste und ein paar größere Haufen. Säuberlich haben die Mitarbeiter der Abbruchfirma Steinschutt, Stahlbetontrümmer, Holz und Metalle getrennt.

All die Erinnerungen, die ältere Bienenbütteler mit dem früheren Hotel Drei Linden verbinden, sind jetzt auf die Frage der umweltfreundlichen Wiederverwertung reduziert. Nachdem die Bienenbütteler bereits gezweifelt haben, ob Bauunternehmer Lothar Harder überhaupt in der Lage ist, die 4,6 Millionen Euro teure Wohnanlage am Ilmenauhang zu realisieren, hat der Wustrower Unternehmer jetzt Tatsachen geschaffen.

„Wir wollten im April anfangen“, räumt Harder ein. „Aber die Baugenehmigung war noch nicht da. Man muss für die Planung Sicherheit haben“, erklärt er die abermalige Verzögerung. Immerhin schlage schon der Abriss mit fast 100 000 Euro zu Buche.

„Jetzt geht es los“, versprüht der Bauunternehmer Optimismus. 16 Interessenten haben sich für die Eigentumswohnungen vormerken lassen. Jetzt will Harder die Verträge schließen. „Wenn alles klappt, werden wir Anfang August starten können.“ 16 Monate Bauzeit sind kalkuliert.

Die Baugenehmigung liegt allerdings immer noch nicht vor, wie Landkreis-Sprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage mitteilt. Wichtige Voraussetzungen seien noch nicht erfüllt: „Erstens müsste dem Landkreis als Genehmigungsbehörde ein vollständiger und damit prüffähiger Bauantrag vorliegen, was derzeit nicht gegeben ist.“ Zweitens sei die Änderung des Bebauungsplans durch die Gemeinde noch nicht rechtskräftig.

Tatsächlich werde noch eine Prüfstatik erstellt, bestätigt Harder. Der Vertrag mit der Gemeinde – der Investor bezahlt die Bebauungsplanänderung – werde zeitnah geschlossen. So hat Harder nach Bedenken im Gemeinderat zugesichert, dass 67 Prozent der Fassaden verklinkert werden. Den Kommunalpolitikern ging es um das Dorfbild von der Ilmenauseite.

Zweifel an der Finanzierung zerstreut der Bauunternehmer. Das Geld bringe ein Partner ein. Im übrigen beteiligten sich die Käufer nach Bauträgerordnung mit Abschlagszahlungen je nach Baufortschritt. Der soll sogar auf einer Internetseite dokumentiert werden: „Da können die Kunden verfolgen wie es wächst.“

Während der Bauphase sollen die Anwohner nicht unnötig belastet werden, so Harder: „Erst wird die Zufahrt zur Tiefgarage gebaut, um alle Baufahrzeuge auf dem Grundstück unterzubringen.“

Von Gerhard Sternitzke

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