Über 200 Männer und Frauen lassen die Göhrdeschlacht für rund 1500 Besucher wieder lebendig werden

Nachstellung eines blutigen Gemetzels

Auch der Rauch von Kanonenschüssen wehte bei der Nachstellung der Göhrdeschlacht über die Steinker Höhe.
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Auch der Rauch von Kanonenschüssen wehte bei der Nachstellung der Göhrdeschlacht über die Steinker Höhe.

nk Göhrde. Geschichte am Originalschauplatz hautnah erleben konnten Interessierte an diesem Wochenende.

Über 200 Männer und Frauen in historischen Uniformen aus über zwanzig Traditionsverbänden von der Preußischen Kavallerie über das Lützower Freikorps bis hin zu Westfälischen Infanterie Regimentern stellten die Göhrdeschlacht nach. Mehr als 1500 Zuschauer erlebten, wie das Gefecht von 1813, als auf der Steinker Höhe bei Lüben/Oldendorf in der Gemeinde Nahrendorf alliierte Truppen Napoleon besiegten, wieder lebendig wurde.

Der elfjährige Simon Witte (von links), Chris Hering und Wolfgang Pensky zeigten dass Musik damals dazu gehörte. Fotos: Kiriczi

Dabei geht es den Mitwirkenden nicht um die Verherrlichung kriegerischer Auseinandersetzungen, sondern darum daran zu erinnern, wie buntgemischte Gruppen aus allen Bevölkerungsschichten unter großen Verlusten für ihre Freiheit kämpften. Damit die Zuschauer das einstige Geschehen nacherleben konnten, moderierte Thorsten Morgendahl unterstützt von Horst Beck minutiös das Vorrücken der Verbände der Russen, Engländer, Hannoveraner, Mecklenburger, Hanseaten, Preußen und Lützower Jäger unter der Führung des Generals Ludwig Georg Thedel Graf von Wallmoden gegen die Franzosen. Kanonendonner, Musketenschüsse und Gewehrsalven hallten über die Steinker Höhe.

Die Göhrdeschlacht: Geschichte wird im Pulverdampf lebendig

Die Göhrdeschlacht: Geschichte wird im Pulverdampf lebendig

Die Nachstellung keinesfalls ein Kriegsspiel, sondern eine Geschichtsdarstellung, die vor 204 Jahren blutiger Ernst war, wurde durch die Darsteller wieder lebendig. Es war ein blutiges Gemetzel. Die Treffsicherheit der Waffen war sehr ungenau. So trafen die Vorderlader der Franzosen mit glattem Lauf auf 300 Metern nur jeden fünften Schuss. Die Waffen der Alliierten mit Zungenlauf waren auf 300 Metern etwas genauer.

An den Marktständen wurde Allerlei feilgeboten.

Wie beschwerlich das Leben im Feld dereinst war, davon gaben die Darsteller den Besuchern Einblick im Biwak – einer kleinen Zeltstadt. Weiterhin gab es eine interessante Modenschau. Die Vorstellung der verschiedenen Uniformen und was die Farben aussagten kommentierte Thorsten Morgendahl. Die Vorführung der Stabsarbeit war ein weiterer Informationsmagnet. Immer wieder bildeten sich Trauben von Interessierte. Wie wichtig die Musik war und heute noch ist, demonstrierte das Trio aus Simon Witte (elf Jahre), Chris Hering und Wolfgang Pensky. Ohne Musik ging nichts. Und wie wurde sich verpflegt? Das war auch nicht einfach. Strom gab es nicht. Gekocht wurde am offenen Feuer.

Nach dem Gefecht gab es auch eine Lazarettvorstellung. Da zeigte ein „Feldarzt“ wie mit einem Kugelausholer in die Wunde gebohrt wurde, um ein Geschoss zu entfernen. Eine Betäubung fehlte und auch um die Hygiene stand es nicht zum Besten. Auf großes Interesse stießen bei den Besuchern auch die vielen kleinen Marketenderbuden. Dort wurde viel Historisches angeboten und natürlich gab es auch Speisen wie sie vor 204 Jahrengekocht wurden.

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