Nach 17 Jahren ist Schluss

Gemeinde Bienenbüttel kündigt Birgit Bothe den Pachtvertrag für den Waldbad-Kiosk

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Nach 17 Badesaisons ist Schluss: Die Gemeinde Bienenbüttel hat den Pachtvertrag mit Birgit Bothe für das „Café & Bistro am Waldbad“ aufgelöst.

Bienenbüttel. An den heißesten Sommer, den sie als Kioskbetreiberin im Bienenbütteler Waldbad erlebt hat, erinnert sich Birgit Bothe noch sehr gut: „Das war 2003, da haben wir hier vier Wochen lang durchgearbeitet, täglich von 10 bis 20 Uhr.

“ Die Schlange sei weder vor dem Kiosk noch vor dem Imbiss kürzer geworden. Insgesamt sieben Tonnen Pommes seien damals über den Tresen gegangen. „Da haben wir uns nach Regen gesehnt, um mal eine Pause zu haben“, erzählt die 50-Jährige.

Von 2001 bis 2017 öffneten Birgit und Günther Bothe jeweils in der Badesaison von Mai bis Anfang September das „Café & Bistro am Waldbad“. Damit ist nun Schluss. Die Gemeinde Bienenbüttel hat den Pachtvertrag aufgelöst. Sie nehme die Kündigung mit einem traurigen und einem glücklichen Auge hin. „Klar wird mir einiges fehlen, aber so können wir uns auf die Ilmenauhalle konzentrieren“, erklärt die Bienenbüttelerin. Seit 2009 betreibt sie nämlich auch das „Café & Bistro zur Ilmenau“ in der Ilmenauhalle.

Am meisten werde sie die kleinen Schwimmkurskinder vermissen, sagt Birgit Bothe: „Wenn die ihr Seepferdchen geschafft hatten, haben sie immer eine Überraschungstüte mit Süßigkeiten bekommen.“ Die strahlenden Gesichter und die leuchtenden Augen der Kinder würden ihr ganz sicher fehlen, meint die zweifache Mutter.

In den 17 Jahren hat sie viele Kinder aufwachsen sehen. Einige habe sie kennengelernt, als sie noch gar nicht durch die Luke des Kiosks gucken konnten, erinnert sich Birgit Bothe: „Ich habe mich immer über die Kinder gefreut.“ Besonders beliebt bei den kleinen Badegästen: die Süßigkeitentüten, die man sich selbst zusammenstellen konnte. Und was verkaufte sich sonst noch gut? „Pommes gingen immer, egal wie das Wetter war“, berichtet Bothe.

Bei vielen Gästen, die über viele Jahre ins Schwimmbad kamen, habe sie schon gewusst, „ob sie ihre Pommes rot, weiß oder bunt haben wollen – ebenso welche Eissorte bestimmte Kinder am liebsten mochten“. Andersrum ist auch Birgit Bothe durch den Freibad-Kiosk bei vielen Bienenbütteler Kindern und Jugendlichen bekannt. „Ein Mädchen hat mal zu mir gesagt: ,Du bist doch die Tante vom Schwimmbad’.“

Der Abschied vom Waldbad falle wegen der vielen schönen Erinnerungen schwer, doch sie und ihr Mann hätten bereits seit drei Jahren ans Aufhören gedacht: „Es war einfach weniger los, wir haben immer gehofft, dass mal wieder ein besserer Sommer kommt.“ Der Umsatz sei im vergangenen Jahr endgültig eingebrochen. Birgit Bothe spricht von 65 Prozent weniger als im Jahr 2003.

Zu den Gründen für die Kündigung will sie nichts sagen. Bürgermeister Dr. Merlin Franke nennt auf AZ-Nachfrage ebenfalls keine Gründe. Die Gemeinde suche einen neuen Pächter und werde dies im Februar ausschreiben. „Ich danke der Familie Bothe für ihr langjähriges Engagement“, betont Franke.

Von Florian Beye

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