Grünhagen: Verein „Freunde Masurens“ bringt wieder viele Hilfsmittel in die ärmste Region Polens

„Müssen mit 200 Euro Rente auskommen“

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Sechs Bienenbütteler haben den 7,5-Tonner für den Hilfstransport nach Masuren beladen.

eye Grünhagen. Mit fünf Pflegebetten, 20 Rollstühlen, 40 bis 50 Rollatoren, einigen Stehtischen und Fahrrädern im Gepäck hat sich der Verein Freunde Masurens am gestrigen Freitag auf den Weg in die polnische Region Masuren gemacht.

„Diese sperrigen Sachen konnten wir im Dezember bei unserem Weihnachtstransport nicht mitnehmen, weil der Lkw voll war“, erzählt Kerstin Harms. Die Grünhagenerin ist Vorsitzende des Vereins, der aktuell 313 Mitglieder zählt und seit 2010 Hilfstransporte in die ärmste Region Polens organisiert.

Mit einem voll beladenen 7,5-Tonner hat sich Kerstin Harms am gestrigen Freitag auf den Weg nach Polen gemacht. Der Großteil der gespendeten Hilfsmittel wird nach Elk/Lyck gebracht und der dortigen deutschen Minderheit und dem Caritas übergeben. Sozialstationen und Altenheime sowie das Heim für behinderte Kinder in Mragowo/Sensburg gehören zu den Institutionen, die vom Verein beschenkt werden. 50 Fahrräder gehen an eine Werkstatt für psychisch Kranke in Sorkwity/Sorquitten, wo sie repariert und an bedürftige Menschen verschenkt werden.

Kerstin Harms freut sich, dass besonders für Kinder mit Behinderung einige Hilfsmittel zusammengekommen sind. So zum Beispiel einige Stehtische: „Querschnittsgelähmte Kinder können ja sonst nur sitzen und liegen, an dem Stehtisch werden sie festgeschnallt, sodass sie auch im Stehen arbeiten können“, erklärt Harms.

Wichtig sei die Hilfe aus Deutschland vor allem, weil die Menschen in der Region Masuren selbst wenig Möglichkeiten haben, gut für sich zu sorgen. „Teile der deutschen Minderheit, die in Masuren geblieben ist, müssen mit 200 Euro Rente im Monat auskommen“, berichtet Kerstin Harms. Doch nicht nur die Rentner seien arm. „Die Region Masuren lebt allein vom Tourismus, eine richtige Wirtschaft mit Firmen gibt es dort nicht.“ Die Saison dauert von Mai bis September, im Winter sind viele Menschen arbeitslos. Dementsprechend haben die meisten nur wenig Geld.

„Wenn man nicht viel Geld hat, kann man sich zum Beispiel den Luxus eines Rollators nicht leisten“, sagt Harms. Viele seien bereits froh, wenn sie überhaupt ihre Familie ernähren können.

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