Straßenbau im Bezirk Lüneburg hat Hochkonjunktur

Millionen für neuen Asphalt

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Laster und Walzen im Dauereinsatz: 23,7 Millionen Euro stehen der Landesstraßenbaubehörde Lüneburg für Bundesstraßen zur Verfügung, 5,7 Millionen für Landesstraßen.

Lüneburg. Baustellen, Sperrungen, zeitraubende Umleitungen: Autofahrer brauchen starke Nerven. Nachdem die Verkehrswege jahrelang kaputtgespart wurden, haben die Straßenbauer jetzt Hochkonjunktur.

Das belegen auch die Summen, die von der Landesbehörde für Straßenbau Lüneburg in Asphalt investiert werden.

In diesem Jahr hat die Behörde 23,7 Millionen Euro für Bundesstraßen zur Verfügung und 5,7 Millionen für Landesstraßen, teilt die stellvertretende Behördenleiterin Annette Padberg mit. Vor zehn Jahren belief sich die Investitionssumme gerade mal auf 14,5 Millionen Euro. Allerdings schwanken die Zahlen je nach Projekten stark.

Durch eine intensive Bauvorbereitung, frühzeitige Abstimmung der Umleitungen und straffe Ausführungszeiten versuche ihre Behörde, die Belastung für Autofahrer und Anwohner so gering wie möglich zu halten. „In der Regel nehmen wir in unsere Ausschreibungen auf, dass die Bauarbeiten unter voller Ausnutzung des Tageslichts an sechs Werktagen in der Woche durchzuführen sind“, erklärt Annette Padberg.

Dafür wird heute häufiger voll gesperrt, wo früher wenigstens eine Fahrspur frei blieb. Der Grund sind arbeitsschutzrechtliche Vorschriften. Die vorgeschriebenen Fahrbahnbreiten für laufenden Verkehr neben Baustellen werden nur selten erreicht. „Für die Gesamtbauzeit ergibt sich daraus wiederum der Vorteil, dass die Maßnahmen unter Vollsperrung schneller umsetzbar sind“, gibt Annette Padberg zu bedenken. Zudem würden die Baumaßnahmen möglichst in der Ferienzeit umgesetzt, wenn weniger Verkehr unterwegs ist.

In diesem Jahr stehen neben der B 4 die B 71 Groß Liedern-Rassau und der Radweg Stöcken-Jarlitz an. Erledigt sind Restarbeiten an der Uelzener Umgehung.

Von einem Kaputtsparen der Straßen in früheren Jahren möchte Annette Padberg nicht sprechen. Die Verkehrssicherheit sei durch punktuelle Sanierungen gewährleistet worden. „In den letzten Jahren konnten wir dazu übergehen, Grunderneuerungen über längere Streckenzüge durchzuführen.“

So hat das Land über vier Jahre 40 Millionen Euro extra in die Straßen investiert. „Diese Investitionen sind mittlerweile auch messbar“, betont die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums Sabine Schlemmer-Kaune. So sei der Anteil der schlechten Straßen in fünf Jahren um 5,7 Prozent, das sind 1850 Kilometer, zurückgegangen.

Grundlage für die Entscheidung, welche Verkehrswege saniert werden, ist die Zustandserfassung alle fünf Jahre. Im Schnitt hält der Straßenunterbau 30 Jahre, der Oberbau muss nach zehn Jahren erneuert werden.

Von Gerhard Sternitzke

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