Interview

Merlin Franke tritt an: Amtsinhaber erster Kandidat für Bürgermeisterwahl 2021

Dr. Merlin FrankeBürgermeister
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Dr. Merlin FrankeBürgermeister
  • Florian Beye
    VonFlorian Beye
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Dr. Merlin Franke, Bürgermeister der Einheitsgemeinde Bienenbüttel, wird im September 2021 erneut für dieses Amt kandidieren.

Bienenbüttel – Ursprünglich sollten die Bürgermeisterwahlen in der Einheitsgemeinde Bienenbüttel bereits in diesem Jahr stattfinden. Doch auf Antrag der SPD, Grünen und KA – und weil eine Drucksache im niedersächsischen Landtag es möglich machte – wurde der Wahltermin mit dem der Kommunalwahl 2021 zusammengelegt. Amtsinhaber Dr. Merlin Franke bleibt also mehrere Monate länger Chef der Verwaltung. Seine Amtszeit wäre eigentlich am 31. März 2021 zu Ende gegangen, verlängert sich nun aber bis zum Wahltermin.

Wenn es nach Franke selbst und der Bienenbütteler CDU geht, bleibt der Bienenbütteler jedoch noch länger im Amt. Denn, wie Franke nun mitteilt, geht er – vorbehaltlich einer Mitgliederversammlung des Ortsvereins – als Kandidat für die CDU auch in die Wahl im nächsten Jahr. Für ihn, der in Bienenbüttel aufgewachsen ist und in der Gemeinde wohnt, ist die Wiederkandidatur auch eine Art Herzensangelegenheit.

Welche Ziele er bereits erreicht hat, welche großen Projekte noch nicht verwirklicht sind und inwieweit die Person Merlin Franke heute eine andere ist als zum Amtsantritt vor acht Jahren – darüber spricht er im ausführlichen AZ-Interview.

Herr Dr. Franke, Hand aufs Herz: Wie einfach fiel die Entscheidung, erneut als Bürgermeister zu kandidieren?

Die Entscheidung fiel mir wirklich leicht. Ich habe absolute Freude an der Arbeit, bin hoch motiviert wie am ersten Tag und habe noch sehr viele Ideen. Viele Dinge haben wir schon gemeinsam erreicht. Einige begonnen, diese möchte ich auch gerne weiter- und zu Ende führen.

Fangen wir bei der Freude an. Was gefällt Ihnen besonders an der Arbeit als Bürgermeister?

Ich empfinde es als absolutes Privileg, unsere gemeinsame Heimat wesentlich mitzugestalten. Mit Abstand am meisten freut es mich, Menschen für unsere Einheitsgemeinde zu begeistern.

Inwieweit ist die Person Merlin Franke von heute eine andere als vor acht Jahren zum Amtsantritt?

Merlin Franke ist glücklich verheiratet, hat zwei kleine Kinder und einen kleinen Hund, das ist schon ein „bisschen“ Veränderung und, wie ich finde, durchweg positiv. Er isst nach wie vor zu gerne Kuchen und Eis von Fabrizio, das sieht man leider aber auch ein wenig.

Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung Bienenbüttels während Ihrer aktuellen Amtszeit?

Zufrieden, aber mein Credo lautete schon immer: Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.

Sie sind Bienenbütteler durch und durch – gehen Sie als siegessicherer Platzhirsch in die Wahl?

Bienenbütteler ja, ohne Frage, es liegt mir aber fern, ein Platzhirsch zu sein.

Zum Amtsantritt vor acht Jahren haben Sie sich sicher viele Ziele gesetzt. Welche konnte die Gemeinde schon realisieren?

Die acht Jahre sind wie im Flug vergangen: Beitritt zum HVV, Kirchenkreisel, der anstehende Neubau der Ilmenauhalle, Sanierung von Ortsdurchfahrten, Radwegen, verbesserte Parkplatzsituation, erfolgreich abgeschlossene Dorferneuerungen, aber auch eine moderne und bürgernahe Verwaltung als Dienstleister etabliert und allein über 1000 Bäume gepflanzt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich verbessert, Kindergärten und Krippen stark ausgebaut. Wir haben die Betreuungszeiten massiv ausgeweitet, die Kinderferienbetreuung eingeführt und unsere Ganztagsschule Stück für Stück saniert. Mir ist in diesem Zusammenhang wichtig, unsere ehrenamtlichen Feuerwehren als festen Bestandteil der Gemeinde kontinuierlich zu verbessern, ebenso wie die Unterstützung und Vernetzung von Vereinen und Verbänden.

Ein weiteres Thema, das Sie in vielen Sitzungen immer wieder angesprochen haben, ist die Entschuldung der Gemeinde. Wie ist der Stand?

Hier haben wir gegen den allgemeinen Trend richtig was geschafft, ohne die Gemeinde kaputtzusparen. In den vergangenen acht Jahren ist es gemeinsam gelungen, die Schulden von circa 11,5 auf 6,8 Millionen Euro zu reduzieren. Das sind fast 40 Prozent trotz parallel sehr hoher Investitionen in unsere Lebensqualität vor Ort. Die Entschuldung möchte ich gerne fortsetzen und sie ist mir auch sehr wichtig, damit auch unseren Kindern und Enkeln Gestaltungsspielräume bleiben.

Welche anderen Ziele oder Vorhaben sind noch nicht verwirklicht?

Bienenbüttel braucht dringend eine Drogerie. Als Vater von kleinen Kindern kann ich da ein Lied von singen – und das geht ganz sicher nicht nur mir so. Wir sind hier dran, und erneute Gespräche sind bereits auf den Weg gebracht, das freut mich sehr. Zudem gilt es, die Digitalisierung noch weiter voranzutreiben. Niemand soll mehr einen Tag Urlaub nehmen müssen, um einfache Dinge in der Verwaltung zu erledigen. Unser neues Gewerbegebiet gilt es, zügig zu entwickeln, um Arbeitsplätze in Bienenbüttel zu schaffen und langfristig die Gewerbesteuereinnahmen zu stabilisieren. Letzteres hilft zwar nicht sofort, aber langfristig, darauf kommt es mir an.

Ebenfalls im Raum steht – und das schon ziemlich lange – der Bau eines Mehrzweckzentrums. Die Planungen sind weiter als je zuvor. Wie wichtig ist es Ihnen, den Baubeginn als Bürgermeister mitzuerleben?

Zusammen mit den Vereinen und Verbänden sind wir hier kurz vorm Ziel. Im kommenden Jahr werden wir den Auftrag zum Bau erteilen. Zusammen im Team ist es uns gelungen, dafür bereits 4,66 Millionen Euro Zuschüsse einzuwerben. Wir waren noch nie so weit und werden am Ende eine Dreifeldhalle mit Schießstand errichten. Mir ist es wichtig, das Projekt gemeinsam mit den Vereinen umzusetzen und diese einzubeziehen, besonders den TSV und die Gilde, aber auch alle anderen Nutzer.

Was sehen Sie als größte Errungenschaften Ihrer aktuellen Amtszeit?

Bienenbüttel wird immer mehr zur Mitmachgemeinde. Damit meine ich eine große Gemeinschaft, in der sich viele Menschen einbringen und füreinander einstehen, wenn es darauf ankommt. Das schweißt uns noch mehr zusammen und ist gerade in Zeiten der Pandemie sehr wichtig und wertvoll. Zugleich erfüllt es mich mit Stolz und Dankbarkeit. Meine Bürgersprechstunde ist mir sehr wichtig. Auch wenn ich dort nicht jedes Problem lösen kann, ist es mir ein besonderes Anliegen, für jeden ansprechbar zu sein. Großartig finde ich, dass 90 Prozent aller Entscheidungen heute einstimmig im Rat getroffen werden, 95 Prozent mit einer breiten Mehrheit. Das wünsche ich mir auch für die Zukunft, zum Wohle der Einheitsgemeinde. Das ist Kommunalpolitik nach meiner Vorstellung: Das Beste für die Kommune erreichen, ohne Denksperren und Ideologie.

Ist es für Sie eine Art Herzensangelegenheit, ihren Heimatort voranzubringen und mitzuprägen?

In der Einheitsgemeinde bin ich groß geworden und möchte, dass auch unsere Kinder in einer eigenständigen Gemeinde Bienenbüttel aufwachsen und sorgenfrei leben können.

Das sagt die CDU zur Wiederkandidatur Merlin Frankes

• Frank Schulz vom Vorstand des CDU-Ortsvereins: „Dr. Merlin Franke ist der Richtige für das Amt des Bürgermeisters, weil er kein Verwalter, sondern ein Macher ist. Er kommt aus der Gemeinde, interessiert sich für Bienenbüttel und bringt Innovation in den Ort. Genau das brauchen wir.“

Christopher Tieding, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion: „Wir konnten in den vergangenen Jahren gemeinsam vieles erfolgreich für die Gemeinde Bienenbüttel umsetzen. Diesen Weg möchten wir gerne mit Dr. Merlin Franke als Bürgermeister fortsetzen, weil er für uns der geeignetste Kandidat ist.“

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