Junge Feldhasen profitieren von der anhaltenden Trockenheit / Überlebenschancen sind gestiegen

Meister Lampe nutzt den Sommer

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Die Feldhasen profitieren laut Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge vom trockenen und warmen Wetter, weil ihr Nachwuchs bessere Chancen hat zu überleben.

Bornsen/Landkreis. Die Trockenheit und Hitze haben sich auch auf die heimische Tierwelt ausgewirkt – zum Teil negativ, aber auch positiv.

Und es gibt laut Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge auch einen großen Gewinner, der in den vergangenen Jahren unter den feuchten Sommern besonders gelitten hat – den Feldhasen. „Es gibt Hasen in allen Größen. So viele wie seit langem nicht mehr“, berichtet der Bornser.

Profitiert haben die Hasen vor allem von der Trockenheit. Da die Hasenjungen den Tag allein in einer Sasse genannten kleinen Mulde auf dem Feld verbringen und meist nur zwei Mal pro Tag von der Häsin gesäugt werden, sind die Jungtiere Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. „Wenn Regenwetter herrscht, ist es für die Jungtiere besonders schwer zu überleben“, sagt Hellbrügge. Dieses Jahr seien die Überlebenschancen ungleich höher.

Aber die Feldhasen sind nicht die einzigen Wildtiere, die von der Trockenheit profitiert haben. „Insgesamt sind die Chancen für viele Jungtiere durchzukommen gestiegen“, sagt Hellbrügge. So gebe es in diesem Jahr auch wieder mehr Insekten als Nahrungsangebot für Jungvögel. Kranich und Storch haben hingegen in diesem Jahr Schwierigkeiten gehabt, ihre Brut durchzubringen. Durch die Trockenheit sei das Nahrungsangebot sehr knapp gewesen. „So ist es halt in der Natur. Der eine profitiert, der andere ist der Gelackmeierte“, sagt Hellbrügge. Im nächsten Jahr könnte sich das ganze wieder umdrehen und der Feldhase Schwierigkeiten bekommen.

Insgesamt hat sich das Wild laut Kreisjägermeister während der anhaltenden Trockenheit in die feuchteren Gebiete zurückgezogen. Sumpfiges Gelände, Flächen an Bächen und natürliche Suhlen seien Rückzugsorte. Aber auch aus der Feldberegnung haben die Tiere ihren Nutzen gezogen, um ihren Durst zu stillen. Dort, wo sich das Wasser angesammelt habe, seien am nächsten Morgen auch viele Spuren zu entdecken, berichtet der Landwirt. „Das Wild ist insgesamt weniger unterwegs“, sagt Hellbrügge. Er rechne damit, dass sich dies demnächst ändere, wenn etwa Eicheln als Nahrungsangebot hinzukommen.

Von Lars Lohmann

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