Acht bis zehn Hasen pro Quadratkilometer im Kreis / Jungtiere gefährdet durch Nässe und Räuber

Meister Lampe im Lichtkegel

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Hase an einem frostigen Morgen: Autofahrer muss der Osterhase inzwischen mehr fürchten als die Jäger. Gezählt werden die Langohren unter anderem bei Nacht mit einem Scheinwerfer. 

Bornsen. Viele Jäger sind des Hasen Tod, sagt der Volksmund. Tatsächlich legen die nur noch relativ selten auf den Osterhasen an, und der Bestand der Langohren ist auch stabil. Das meldet die Landesjägerschaft Niedersachsen.

Nach der aktuellen Statistik leben durchschnittlich elf Feldhasen pro Quadratmeter im Land. Acht bis zehn sind es im Uelzener Kreisgebiet, wie Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge aus Bornsen auf AZ-Nachfrage mitteilt.

Heinrich Hellbrügge

Zusätzlich zu den Zahlen, die die Jäger melden, macht das Institut für Wildtierforschung aus Hannover Stichpunktkontrollen, so auch in zwei Revieren im Landkreis Uelzen. Da sich Meister Lampe nicht nur in der Osterzeit gern verborgen hält, überlisten ihn die Wissenschaftler bei Nacht. „Nachts kommen die Hasen vom Waldrand auf die Felder. Mit dem Scheinwerfer wird dann das Feld ausgeleuchtet“, weiß Hellbrügge.

2017 war ein schlechtes Jahr für die Langohren. Schuld war der Regen. Ein bis zwei Junge wirft die Häsin. „Die lässt die Häsin an Ort und Stelle liegen und kommt nur zweimal am Tag zum Säugen vorbei. Wenn die Jungen immer Nässe auf den Pelz bekommen, können die nicht überleben“, erklärt der Kreisjägermeister. „Wenn es ein gutes Jahr ist, holt der Hase das aber wieder auf.“

Auch sonst leben die kleinen Häschen in ständiger Gefahr. Vor allem eingewanderte Tierarten, Marderhund und Waschbär, haben es auf den Nachwuchs des Osterhasen abgesehen. Der kennt nur eine Reaktion: sich auf den Boden drücken und hoffen, dass die Gefahr vorübergeht. Auch erwachsen ist Meister Lampe wenig unternehmungslustig. In der Regel bleibt er dort, wo er geboren wurde.

Auf Hasenjagd gehen nur noch die wenigsten Jäger. Im vorigen Jahr wurden im gesamten Kreisgebiet 70 Langohren geschossen – Tendenz: sinkend. „Man geht davon aus, dass mehr Hasen vom Auto überfahren werden als totgeschossen“, betont Hellbrügge. Tatsächlich hält sich Meister Lampe im Frühjahr gern an Straßen auf, weil die schon warm sind.

Mit der Landwirtschaft kommt der Hase, der ein Feldbewohner ist, gut klar, meint der Kreisjägermeister. Dabei kommen ihm ökologische Maßnahmen wie Grünbrachen und Blühstreifen zugute. Sie bieten ihm Kräuter und Deckung.

Von Gerhard Sternitzke

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