Bürgermeister berichtet: Verwaltungsausschuss segnet Sanierungskonzept ab

Ein Meilenstein für die Kläranlage nahe Hohenbostel

Die Bienenbütteler Kläranlage nahe Hohenbostel ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung steht seit mehreren Jahren im Raum. Nun hat der Verwaltungsausschuss mehrheitlich einem Konzept zugestimmt.
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Die Bienenbütteler Kläranlage nahe Hohenbostel ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung steht seit mehreren Jahren im Raum. Nun hat der Verwaltungsausschuss mehrheitlich einem Konzept zugestimmt.

Hohenbostel – Die alte Kläranlage im Wald nahe Hohenbostel ist in die Jahre gekommen. Nach über vier Jahrzehnten im Betrieb entspricht sie längst nicht mehr dem Standard und kommt mit Blick auf die Siedlungsentwicklung immer mehr an ihre Kapazitätsgrenzen.

Deshalb steht die Sanierung der Bienenbütteler Kläranlage bereits seit mehreren Jahren im Raum. Nun ist ein Meilenstein erreicht worden, wie Bürgermeister Dr. Merlin Franke im Gespräch mit der AZ berichtet.

Neue Becken und neue Technik

Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde hat nach mehreren Prüfungen dem zuletzt vorgestellten Entwurf mit minimalen Anpassungen zugestimmt. Der entsprechende Bauantrag wurde laut Franke gestern unterschrieben und eingereicht. Parallel soll nun bereits die Ausschreibung für die Arbeiten beginnen. Nach jetzigem Stand rechnet der Verwaltungschef mit einer Investition von mehr als fünf Millionen Euro, wobei eine Million Euro an Fördergeldern zur Verfügung stehen.

Die beiden alten Belebungsbecken werden abgerissen. An gleicher Stelle sollen im Zuge der Sanierung drei Vererdungsbecken entstehen.

Die mehrheitlich beschlossene Sanierung kommt dabei einer Runderneuerung mit komplett neuer Aufteilung gleich: Dort, wo aktuell zwei Belebungsbecken zu finden sind, werden drei Vererdungsbecken mit einer Gesamtfläche von rund 5000 Quadratmetern entstehen. An anderer Stelle sollen zwei neue Belebungsbecken mit einem Fassungsvolumen von jeweils 2000 Kubikmetern und neuem Belüftungssystem gebaut werden.

Die beiden bestehenden Nachklärbecken werden auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Auch die Rechen- und Sandfanganlage wird neu gebaut. Die gesamte Kläranlage bekommt neue Technik sowie neue Leitungen und Zulaufschächte. Ein Schlammsilo soll zu einem Misch- und Ausgleichsbecken umgebaut werden.

Jährliche Einsparung: rund 100 Tonnen CO²

„Das ist das größte Umweltprojekt, das wir in den vergangenen 20 Jahren angefasst haben“, erklärt Franke. Er betont, dass die Sanierung nicht in direktem Zusammenhang mit der Siedlungsentwicklung stehe. „Der Hauptgrund ist, dass die Anlage energetisch nicht mehr dem Standard entspricht.“ Durch die Sanierung könne man in Zukunft zum einen jährlich rund 100 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen.

Zum anderen seien auch die laufend anfallenden Energiekosten ein wichtiger Faktor, der durch die Sanierung gesenkt werden kann. Ein Großteil der Investitionskosten werde über die Jahre durch die Einsparungen in den laufenden Kosten getragen, erklärt Franke.

Das Thema Abwasser wird die Gemeinde aus seiner Sicht noch über mehrere Jahre beschäftigen. Denn im Anschluss an die Erneuerung der Kläranlage müsse man auch über die Kanalsanierung nachdenken. Bereits bei aktuellen Baumaßnahmen, wie der Steddorfer Ortsdurchfahrt, „gehen wir in die Tiefe und erneuern Leitungen“, erklärt Franke. In den nächsten zehn Jahren müsse die Gemeinde intensiver als üblich im Bereich Abwasser investieren, blickt er voraus.

VON FLORIAN BEYE

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