CDU und KA für Anschluss des Bienenbütteler Bahnhofs / Jörg Hillmer fordert Landesmittel

Mehr Druck für den HVV

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Bahnhof in Bienenbüttel: Derzeit profitieren nur Dauerkartenbesitzer vom HVV-Übergangstarif. Vollwertige HVV-Tickets gibt es nur in der ersten Klasse.

Bienenbüttel. Was für Lüneburger selbstverständlich ist, bleibt für die Bienenbütteler bislang ein Wunschtraum: Einfach zum Shoppen in Hamburg eine Fahrkarte lösen, die für Bahn, Bus und U-Bahn gilt.

Seit 2014 gilt für den Landkreis Uelzen der Übergangstarif des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV), doch hiervon profitieren nur Pendler mit Zeitkarten. Das vollwertige Ticket auf Bus, U- und S-Bahn in Hamburg gibt es nur für diejenigen, die sich die erste Klasse leisten. Nach der Bevenser CDU fordern auch die Union und die Kommunalpolitische Alternative (KA) in Bienenbüttel den HVV-Anschluss wenigstens für ihren Bahnhof.

„Mit dem HVV-Schienentarif wäre unsere Bevölkerung einfach näher am Geschehen des Oberzentrums Lüneburg und der Metropole Hamburg“, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Christopher Tieding. Fast 1500 Pendler nutzen den Metronom und den Bahnhof Bienenbüttel, um umweltfreundlich, sicher und bequem ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Doch nicht nur sie würden profitieren, sondern jeder Einwohner, ob er zum Stadtfest in Lüneburg oder zum Hafengeburtstag in Hamburg will. „Ein Tarif, ein Fahrplan, eine Fahrkarte“, so das HVV-Prinzip. Bezahlen allerdings – und das ist das Problem – müsste der Landkreis. 1,6 bis 1,8 Millionen Euro betragen die Kosten.

Das Land hat nur eine auf drei Jahre befristete Teilfinanzierung angeboten. Zu wenig, finden CDU und KA. Denn bei der Aufnahme von Lüneburg, Harburg und Stade in den HVV 2004, später auch von Dannenberg, habe die Landesregierung die Kosten voll und ohne Zeitbegrenzung übernommen.

„Das ist eine Frechheit“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer aus Suderburg. Geld sei genug vorhanden, sowohl aus zusätzlichen Regionalisierungmitteln vom Bund (2016 fast 55 Millionen Euro) als auch durch die Entscheidung der Landesregierung, Straßenbaumittel in den öffentlichen Nahverkehr umzuleiten (2016 und 2017 jeweils 6 Millionen Euro zusätzlich). „Das Land hat mehr Geld zur Verfügung. Was für Lüneburg recht ist, muss für Uelzen billig sein“, fordert Hillmer. Andere Regionen seien bereits sehr aktiv, sich um diese Mittel zu bemühen. „Wir müssen Druck aufbauen“

Für die Bienenbütteler, die ohnehin stark nach Lüneburg und Hamburg ausgerichtet sind, ist die Aufnahme in den Verkehrsverbund besonders dringend. „Es ist auch von strategischer Bedeutung, in den Plänen des Hamburger Verkehrsverbundes aufzutauchen“, ist Hans-Jürgen Franke (KA) überzeugt. „Wir versprechen uns davon eine erhöhte Aufmerksamkeit bei potenziellen Neubürgern. Als ein Konjunkturprogramm für Bad Bevensen – Therme, Kureinrichtungen und Hotels – sieht Jörg Hillmer den HVV.

„Die erste Frage, wenn sich junge Familien in Bienenbüttel ansiedeln, lautet: Ist das HVV-Gebiet?“, berichtet Bürgermeister Dr. Merlin Franke. „Ich glaube, dass vom HVV wichtige Wachstumsimpulse für den gesamten Landkreis Uelzen ausgehen.“

Von Gerhard Sternitzke

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