Fläche für weitere Stellplätze am Bienenbütteler Bahnhof gefunden / Grüne: Viele offene Fragen

Lösung fürs Parkplatz-Problem?

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Weil die Parkplatzsituation am Bienenbütteler Bahnhof angespannt ist, sollen weitere Stellplätze entstehen. Eine mögliche Fläche: Die Grünfläche neben den Fahrradständern an der Bahnhofstraße.

Bienenbüttel. Wer morgens am Bienenbütteler Bahnhof einen Parkplatz finden will, der muss ganz früh aufstehen. Denn die wenigen Parkmöglichkeiten sind meist schon nach den ersten Zügen Richtung Hamburg belegt.

Wer zu spät kommt, hat das Nachsehen und weicht oftmals auf die Parkbuchten an der Bahnhofstraße aus. Das wiederum sorgt für Ärger bei den Geschäftsleuten und deren Kunden. Es müssen weitere Parkplätze in Bahnhofsnähe her. Da sind sich Verwaltung und Politik einig.

Eine mögliche Fläche dafür ist bereits auserkoren: und zwar zwischen den Fahrradständern und der Unterführung. „Es ist die einzige Fläche im Gemeindebesitz, die unmittelbar am Bahnhof liegt“, erklärt Bürgermeister Merlin Franke auf AZ-Nachfrage. Alle anderen Flächen würden nach seiner Aussage vermutlich drei bis vier Jahre Entwicklungszeit benötigen.

Um überhaupt Parkplätze auf der Fläche schaffen zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden. In der nächsten Bauausschusssitzung am Donnerstag, 15. Februar, um 18.30 Uhr wird dieser Sachverhalt Thema sein. In der dazugehörigen Sitzungsvorlage ist die Rede davon, die Fläche bereits in den kommenden Wochen abzuholzen. Franke konkretisiert: „Damit wir die Fläche vermessen, Baugrunduntersuchungen durchführen und gegebenenfalls die Schaffung von Parkplätzen vorziehen können, wäre eine Fällung vor dem 1. März notwendig.“ Ansonsten könnte erst im vierten Quartal weitergearbeitet werden.

Reinhard Schelle-Grote, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat, äußert sich in einem Schreiben an die Verwaltung kritisch zu den Plänen. Die angesprochene Fläche wurde zwar im Rahmen des Arbeitskreises besprochen. Dies ersetze aus Sicht der Grünen aber noch keinen politischen Beschluss, schreibt Schelle-Grote: „Insofern kann die von Ihnen angesprochene Entforstung noch nicht umgesetzt werden.“

Vor einem Beschluss zur Änderung des Bebauungsplans sollte seiner Meinung nach zudem eine Prüfung erfolgen, die grundlegende Fragen klärt. Unter anderem: Ist die Fläche als Stellplatzfläche überhaupt geeignet? Mit welcher Anzahl an Stellplätzen rechnet die Verwaltung? Wie kommen Fahrzeuge auf die Fläche? Kann die Gemeinde Ausgleichsflächen vorweisen?

„Grundsätzlich stellen wir uns die Frage, ob der städtebauliche und auch der ökologische Einschnitt im Verhältnis steht zu einer geringen Anzahl an Stellplätzen“, erklärt Reinhard Schelle-Grote. Schließlich sei das genannte Areal die „einzige nennenswerte Grünfläche im Ortszentrum mit hohen Bäumen“. Die angespannte Parkplatzsituation sei ein akutes Problem. Dennoch solle man aus Sicht der Grünen „unbefriedigende Teillösungen“ vermeiden.

Von Florian Beye

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