Die gebürtige Indonesierin Ignatia Schmidtke zu Gast beim ersten Dorfgespräch

Aus Liebe nach Bienenbüttel

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Beim ersten Dorfgespräch in Bienenbüttel wurde es nicht langweilig: Gast Ignatia Schmidtke (r.) im Talk mit Loni Franke.

Bienenbüttel. Premiere geglückt: Rund 30 Teilnehmer folgten am Dienstagabend der Einladung zum Dorfgespräch in der Markthalle, bei dem jeweils ein Bürger aus der Gemeinde Bienenbüttel im Mittelpunkt steht.

Bei der Auswahl des ersten Gastes bewies das gut vorbereitete Moderatoren-Duo Loni Franke und Björn Pamperin ein glückliches Händchen: Die vor 18 Jahren der Liebe wegen aus Indonesien nach Deutschland gekommene Ignatia Schmidtke eroberte bereits mit ihrem ersten ansteckenden Lachen die Herzen des Publikums.

„Ihre“ Geschichte sollte sie erzählen – und die heute 45-Jährige aus der Zehn-Millionen-Einwohner–Metropole Jakarta ließ sich nicht lange bitten: Sie begann Ende der neunziger Jahre, als der Bienenbütteler Marco Schmidtke irgendwie in der zwölfköpfigen Familie der gelernten Bankkauffrau landete. Es funkte sofort, und kurze Zeit später wurde eine dreimonatige „Probezeit“ in Deutschland vereinbart.

Diese begann für die Großstädterin mit einem Kulturschock: „Felder, Felder und nochmal Felder – wo hat mich der Mann hier nur hingeschleppt?“ Die Einheimischen begegneten dem exotischen Besuch zunächst mit Argwohn: „Am ersten Tag in Bienenbüttel haben die Nachbarn alle aus dem Fenster geluschert und sich wohl gefragt: Wer ist das? Woher kommt die? Die ist doch bestimmt aus dem Katalog bestellt.“

Doch das gegenseitige Fremdeln wich schnell ersten Freundschaften, und noch vor Ablauf des Besuchsvisums wollte Igna, wie sie ihr Mann heute zärtlich nennt, schon gar nicht mehr zurück nach Indonesien.

Das Paar heiratete, und Ignatia Schmidtke büffelte ein halbes Jahr lang acht Stunden am Tag Deutsch. „Die Sprache und der Wille – mit dem richtigen Willen, kann man überall leben“, sagt die Neu-Bienenbüttelerin, die Haxe und Sauerkraut liebt.

Die Sprache war die Voraussetzung für ihre Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten – und aus der Zahnarztpraxis kennen viele Bienenbütteler die zarte Indonesierin: „Der Smalltalk mit den Patienten macht besonders viel Spaß“, betont die Mutter eines elfjährigen Sohnes. Ihre neue Heimat hat sie schätzen gelernt: „Hier ist das Leben einfach viel ordentlicher, strukturierter und regelmäßiger – das finde ich toll!“

Von Marcus Kieppe

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