Für Riestes Ortsbrandmeister Michael Ehlers wird Telefonieren häufig zur Geduldsprobe

„Die Leitung ist schlecht“

+
Seit der Umstellung auf die neue Technik Voice-over-IP gibt es laut Michael Ehlers immer häufiger Probleme beim Telefonieren in Rieste. Der Telekom sind jedoch keine Störungen bekannt.

Rieste. Für die Einwohner Riestes wird das Telefonieren mittlerweile zu einer Geduldsprobe. Seitdem die Telekom ihre Anschlüsse auf Voice-over-IP umstellt, mehren sich die Probleme, berichtet Michael Ehlers.

„Die Leitung ist häufig so schlecht, dass man nur die Hälfte vom Gespräch versteht“, klagt der Riester Ortsbrandmeister. Es komme auch vor, dass die Leitung total zusammenbreche. Das Ganze sei ein unhaltbarer Zustand. Und es sei auch gefährlich, wenn etwa die Leitung zusammenbreche und dadurch der Notruf nicht mehr gewählt werden könne.

Die Störung und die relativ schlechte Internetverbindung wirken sich auch auf Ehlers‘ Berufsleben aus. „Ich bin im Außendienst tätig, ich brauche funktionierende Leitungen, um abends meine Berichte zu senden.“ Inzwischen fahre er regelmäßig in die Firmenzentrale nach Hamburg, um dort die benötigten Kataloge und Unterlagen für seine Arbeit herunterzuladen. Er erwarte schon fast sehnsüchtig den Anschluss ans Glasfasernetz des Landkreises.

Ein Telekom-Sprecher erklärt auf AZ-Nachfrage, dass es aus Rieste keine Störungsmeldung gebe. „Die beschriebenen Probleme haben auch nichts mit der Umstellung auf Voice-over-IP zu tun“, meint er. Die abgehackten Gespräche würden höchstwahrscheinlich von Feuchtigkeit im Kabel ausgelöst. „Solch ein Knacken in der Leitung ist für einen solchen Schaden typisch“, erläutert der Sprecher.

Für Aufregung sorgt im Ort auch das Vorgehen der Telekom bei der Umstellung auf Voice-over-IP. Denn damit einhergeht auch die Kündigung des Altvertrages samt des alten Anschlusses. Und die Neuverträge werden nur mit einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten. Dabei haben laut Ehlers viele Riester schon einen Vertrag bei der Firma Lünecom für das Glasfasernetz im nächsten Jahr abgeschlossen. Er fühle sich von der Telekom abgestraft, sagt Ehlers.

„Rein juristisch geht es nicht anders, weil es sich um einen neuen Vertrag handelt“, erklärt der Telekom-Sprecher. Zusammen mit den Verbraucherzentralen und der Bundesnetzagentur habe man das Vorgehen bei der Umstellung auf Voice-over-IP abgestimmt und sich darauf verständigt, Zwei-Jahres-Verträge anzubieten. Das sei die Mindestlaufzeit für diese Verträge. „Das haben wir auch immer offen und ehrlich kommuniziert“, so der Telekom-Sprecher.

Von Lars Lohmann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare