Breit aufgestellt durch den Winter

Wie ein landwirtschaftlicher Lohnunternehmer die Monate ohne Ernte und Co. übersteht

Lohnunternehmer Sebastian Wilkens zeigt ein Gefährt, das auch in den Wintermonaten zum Einsatz kommt. Mit dem Forstmulcher werden zum Beispiel Flächen für die Pflanzung neuer Bäume vorbereitet.
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Lohnunternehmer Sebastian Wilkens zeigt ein Gefährt, das auch in den Wintermonaten zum Einsatz kommt. Mit dem Forstmulcher werden zum Beispiel Flächen für die Pflanzung neuer Bäume vorbereitet.

Bargdorf – Wenn die Frühjahrsbestellung auf den Feldern ansteht, beginnt für Lohnunternehmer Sebastian Wilkens und seine Mitarbeiter die Hochsaison.

Mit dem Ausbringen von Festmist und Gülle sowie der Aussaat von Zuckerrüben- und Mais ist das Team bis Mitte Mai voll beschäftigt. Anschließend folgen Grasernte, Strohernte und -auslieferung sowie die Maisernte bis Ende Oktober.

Danach folgt die ruhigere Phase des Jahres für den Bargdorfer. Die AZ hat sich gefragt: Was macht eigentlich ein landwirtschaftlicher Lohnunternehmer, wenn die Ernte abgeschlossen ist? Wie kommt ein solches Unternehmen über die Wintermonate?

„Die wichtigsten Aufgaben Ende des Jahres“, so schildert es Sebastian Wilkens im AZ-Gespräch, „sind das gründliche Waschen, Warten und Reparieren der Maschinen.“ Denn das sei die Grundlage, um im folgenden Frühjahr wieder erfolgreich durchzustarten. „Mit diesen Arbeiten versuchen wir, größere Ausfälle während der Hochsaison zu vermeiden.“, betont der 32-Jährige, der vor neun Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit wagte.

Heute beschäftigt er 13 festangestellte Mitarbeiter, darunter gelernte Landwirte, Berufskraftfahrer und Kfz-Mechatronikermeister. Alle behalten auch in den Wintermonaten ihren Job. „Wir als Lohnunternehmer sind, wie die Landwirte auch, vom Wetter abhängig. Somit fallen in der Hochsaison Überstunden an, die die Mitarbeiter jetzt im Winter abwechselnd abbummeln“, erläutert Wilkens, der selbst ebenfalls gelernter Landwirt ist. Nur so könne die Festanstellung über das komplette Jahr garantiert werden.

Der Vorteil für den Bargdorfer ist, dass er sich in Sachen Leistungsangebot breit aufgestellt hat. So sind Mitarbeiter im Winter zum Beispiel mit dem Forstmulcher unterwegs, um Böden für die Pflanzung neuer Bäume vorzubereiten. Das Räumen von Gräben, Erd- und Baumfällarbeiten spült ebenfalls Geld in die Kasse. Ebenso wie der Einsatz mehrerer Lastkraftwagen für den Kartoffel-, Rüben- und Gülletransport. „Es ist wichtig, sich in diesen Zeiten auf weitere Dienstleistungen zu konzentrieren, sodass wir rund ums Jahr genügend Auslastung haben“, erzählt Sebastian Wilkens.

Im Alter von 23 Jahren machte er sich 2011 selbstständig. Sein Unternehmen sei im Laufe der Jahre „irgendwie mit den Anfragen und Bedürfnissen der Kunden gewachsen“. Druck habe er damals kaum verspürt. „Ich war für mich selbst verantwortlich und mir war klar, dass ich etwas Eigenes machen wollte“, erinnert sich der gelernte Landwirt. „Mein Gedanke war damals: Wenn ich es jetzt nicht mache, dann wohl nie.“ Heute verspürt er einen anderen Druck, ist er doch für seine 13 Mitarbeiter sowie seine junge Familie verantwortlich. Aber; „Die Tendenz ist bislang Jahr für Jahr steigend“, ist der Lohnunternehmer zufrieden. Dennoch seien die aktuellen Entwicklungen in der Landwirtschaft auch aus seiner Sicht besorgniserregend.

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