Was im Garten erlaubt ist...

Mit Landschaftsschutzgebiet Ilmenau ändern sich Regeln für Eigentümer

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Was darf ich in meinem Garten noch machen? Diese Frage stellt sich manch Bienenbütteler, wie auch Patrick Fabianke, aufgrund des geplanten Landschaftsschutzgebiets entlang der Ilmenau.

Bienenbüttel/Landkreis – Der Landkreis Uelzen will für insgesamt 950 Hektar entlang der Ilmenau eine neue Schutzverordnung aufstellen. Damit sollen unter anderem Auwälder und seltene Tierarten besser geschützt werden.

Da die Verordnung auch in den Orten entlang der Ilmenau Geltung hat, fragt sich der Bienenbütteler Patrick Fabianke: Was er auf seinem Grundstück noch darf oder dort künftig verboten ist und warum sein Grund und Boden in den Geltungsbereich aufgenommen werden soll.

„In die Kernzone des Landschaftsschutzgebietes wurden alle Flächen aufgenommen, die notwendig sind, um den Fluss effektiv und langfristig zu erhalten“, erklärt Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. Darunter fallen auch Siedlungsgebiete. Bebaute Grundstücke werden laut Theine mit einem Streifen entlang des Ufers in die Kernzone aufgenommen und nicht mit der gesamten Fläche des Gartens. Orientiert wird sich dabei an der Beschaffenheit des Flusses. Daher gibt es keine einheitliche Breite, was den Streifen der Kernzone betrifft.

„Es ist an keiner Stelle ein vollständiges oder teilweises Betretungsverbot geplant“, betont Theine. Auch das Betreten des Flusses zum Angeln oder Schwimmen sei weiterhin gestattet. Für Kanufahrten seien Zeitfenster angestrebt.

Für in den Landschaftsschutz aufgenommene Grundstücke gilt laut Theine zudem ein Bestandsschutz für die vorhandene Bebauung und Bepflanzung. „Die Beseitigung von Gewässern wie zum Beispiel Teichen ist verboten, die Neuanlage bedarf einer Erlaubnis“, gibt der Kreissprecher ein Beispiel. Der Schnitt von Hecken, Gebüschen und Bäumen ist auf die Zeit zwischen 1. Oktober und Ende Februar beschränkt.

Auch auf die Pflege des eigenen Gartens hat die Verordnung Auswirkungen. Auf einem Streifen von fünf Metern entlang der Böschungsoberkante des Flusses ist das Ausbringen von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln verboten. „Jenseits dieser Fünf-Meter-Begrenzung bleibt in privat genutzten Gärten das Aufbringen von Kompost, Festmist und mineralischem Dünger freigestellt“, sagt Theine. Gleiche Regeln gelten für landwirtschaftliche und erwerbsgärtnerische Flächen. Dort dürfen auch Gülle, Jauche, Geflügelkot, Gärreste, Klärschlamm und Kompost ausgebracht werden. Der Einsatz von Pestiziden im Garten ist Tabu. „Außerhalb von land- und forstwirtschaftlichen ist der Einsatz von Pestiziden untersagt“, sagt Theine.

VON LARS LOHMANN

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