Landkreise Lüneburg und Uelzen wollen gemeinsames Wassermanagementkonzept auf den Weg bringen

Für einen gewissenhaften Umgang mit Grundwasser

Zuletzt hatten Lüneburger sogar in Hannover vor dem niedersächsischen Landtag demonstriert. Ein gemeinsames Konzept soll den Grundwasserverbrauch regeln.
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Zuletzt hatten Lüneburger sogar in Hannover vor dem niedersächsischen Landtag demonstriert. Ein gemeinsames Konzept soll den Grundwasserverbrauch regeln.

Lüneburg – Lüneburger Bürger haben kürzlich gegen einen vom Coca-Cola-Konzern geplanten dritten Grundwasserbrunnen in der Region protestiert. Das Unternehmen wiederum verwies auf die geringe Menge Wasser, die gefördert werde.

Nichtsdestotrotz beschäftigt das Thema Grundwasser viele Menschen im Landkreis Lüneburg: Wie viel Grundwasser gibt es in der Region? Und wie viel davon kann in Zukunft verbraucht werden?

Um diese grundsätzlichen Fragen zu klären, wird der Landkreis Lüneburg gemeinsam mit Partnern aus dem Kreis Uelzen ein Wassermanagementkonzept erstellen. Das hat kürzlich der Lüneburger Kreistag beschlossen. „Dieses Konzept hilft uns, die aktuelle Situation genau zu bewerten und auf dieser Grundlage Entscheidungen für die Zukunft zu treffen“, erklärt Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt der Kreisverwaltung.

Verschiedene Aspekte werden beleuchtet

Inhaltlich soll das Konzept auf verschiedene Aspekte eingehen. Dazu gehören die genaue Grundwassersituation, Verbrauch, alternative Quellen, Klimawandel und damit verbundene mögliche Zukunftsszenarien. „Wir wollen aber auch Möglichkeiten herausstellen, wie das wertvolle Gut eingespart und die Neubildung von Grundwasser gefördert werden kann“, betont Bartscht.

Bei der Erstellung des Konzeptes arbeiten die Landkreise Lüneburg und Uelzen in Kooperation mit weiteren Beteiligten wie Kommunen, Wasserverbänden und Land- und Forstwirtschaft Hand in Hand. Ein Grund dafür ist, dass wesentliche Grundwasserkörper von beiden Regionen genutzt werden. Gleichzeitig ist die Zusammenarbeit aber auch Voraussetzung dafür, 300 000 Euro niedersächsische Fördermittel zu erhalten – bei einem Eigenanteil von zehn Prozent.

„Den entsprechenden Förderantrag hat der Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände in Uelzen in Abstimmung mit den Kooperationspartnern auf den Weg gebracht hat“, berichtet Stefan Bartscht. Der Antrag liegt dem Land bereits vor. Sobald der positive Bescheid eingeht, kann mit der Arbeit begonnen werden. Bis Ende des nächsten Jahres soll das Wassermanagementkonzept vorliegen.

Kreistag nimmt Land in die Pflicht

Um den gewissenhaften Umgang mit Grundwasser auf breiter Ebene anzugehen, nahm der Kreistag auch die niedersächsische Landesregierung in die Verantwortung. Die Abgeordneten forderten in einer Resolution, die Gesetze zur Wassernutzung zu verschärfen und Anreize zum Wassersparen zu schaffen – sowohl für Unternehmen und Landwirtschaft als auch für private Nutzer. Außerdem soll sich die Landesregierung gegenüber dem Bund dafür einsetzen, dass der Trinkwasserversorgung im Wasserhaushaltsgesetz ein höherer Stellenwert beigemessen wird.

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