Zahl der Nagetiere sehr hoch / Greifvögel profitieren / Schäden an Pflanzen

Landkreis Uelzen: 2019 ist ein Mäusejahr

Die Zahl der Mäuse ist im Landkreis Uelzen zurzeit sehr hoch. Die Tiere haben von der trockenen Witterung im Frühjahr und Frühsommer profitiert.
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Die Zahl der Mäuse ist im Landkreis Uelzen zurzeit sehr hoch. Die Tiere haben von der trockenen Witterung im Frühjahr und Frühsommer profitiert.

Bornsen/Landkreis – Kleine Löcher zieren den Straßenrand, die Gärten sowie Felder und Wiesen.

Mäuse haben sich derart explosionsartig in ganz Niedersachsen vermehrt, dass die Landwirtschaftskammer inzwischen davor warnt, dass das Grünland von den Tieren massiv geschädigt wird. Das sich auch im Landkreis Uelzen die Mäuse massiv vermehrt haben, bestätigt Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge auf Nachfrage der AZ. „Man kann schon sagen, dass wir eine Mäuseplage haben. “.

Schäden durch die Nager gibt es laut dem Bornser vor allem an Gemüse, Obstbäumen und im Grünland, wo die Tiere die Wurzeln abnagen und in der Folge die Pflanzen eingehen. „An die Ähren des ausgewachsenen Getreides hingegen kommen sie nicht heran“, sagt der Bornser.

Der Grund, warum es zurzeit so viele Mäuse gibt, ist das Wetter. „Es hat im Frühjahr und im vergangenen Jahr kaum geregnet, daher ist der Nachwuchs nicht im Bau ersoffen“, erklärt Hellbrügge. Es gebe immer wieder Jahre mit größeren Mäusepopulationen. Dann werde der Bestand wieder durch Krankheiten, schlechte Witterung und andere Faktoren dezimiert.

„Alle, die Mäuse als Nahrungsquelle haben, profitieren zurzeit“, sagt Hellbrügge. Vor allem für die Greifvögel sei das große Nahrungsangebot ein Segen. „Die Bruten kommen fast alle vollständig durch, weil die Altvögel genug Nahrung finden“, sagt Hellbrügge. So gebe es etwa bei den Schleiereulen nur sehr wenige tote Jungtiere zu beklagen und bei den Doppelbruten seien sehr häufig beide Eulen durchgekommen. Aber nicht nur die Greifvögel sind Nutznießer, auch Storch, Fuchs und Dachs nutzen das größere Nahrungsangebot.

Aber auch der Feldhase ist indirekt Profiteur der Mäuseplage. „Weil die Raubtiere in den Mäusen die leichtere Beute haben, überleben auch mehr Junghasen“, sagt Hellbrügge. Deren Zahl sei im Landkreis Uelzen so hoch wie schon lange nicht mehr. „Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: ‘Gute Mäusejahre sind gute Hasenjahre’“, sagt der Bornser Landwirt. Zudem habe auch mehr von Meister Lampes Nachwuchs wegen des trockenen und warmen Wetters im Frühling und Frühsommer überlebt.

Im heimischen Garten rät Hellbrügge dazu bei von den Mäusen hinterlassenen Löchern vorsichtig zu sein. „Oft bauen sich dort Wespen ein Nest, das kann unangenehm werden und ist vor allem für kleine Kinder gefährlich“, sagt der Kreisjägermeister.

VON LARS LOHMANN

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