Bislang ohne Erfolg

Landfrauen Bienenbüttel suchen Nachfolgerinnen für Führungstrio: Droht der Dornröschenschlaf?

Hören nach jeweils 14 Jahren im Amt auf: Schriftführerin Heike Meyer (von links), Vorsitzende Doris Meyer sowie ihre Stellvertreterin Anne Päper. Nun suchen die Landfrauen Bienenbüttel händeringend Nachfolgerinnen.
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Hören nach jeweils 14 Jahren im Amt auf: Schriftführerin Heike Meyer (von links), Vorsitzende Doris Meyer sowie ihre Stellvertreterin Anne Päper. Nun suchen die Landfrauen Bienenbüttel händeringend Nachfolgerinnen.

Bargdorf/Bienenbüttel – Die Statuten der Landfrauen sehen eigentlich einen Führungswechsel nach spätestens zwölf Jahren vor.

Doris Meyer, die Vorsitzende der Bienenbütteler Landfrauen, sowie ihre Stellvertreterin Anne Päper und Schriftführerin Heike Meyer sind nun jeweils bereits seit 14 Jahren im Amt.

Im Februar ist Schluss. Da sind sich die drei Frauen einig. Die drei weiteren Mitglieder des sechsköpfigen Vorstands sind noch nicht so lange dabei und bleiben in ihren jeweiligen Ämtern.

Erfolglose Suche nach Nachfolgerinnen

Doch die Suche nach Interessierten für den Vorsitz und die Position der Schriftführerin gestaltet sich schwierig. „Das haben wir schon seit zwei Jahren immer wieder bei den Ortsvertrauensfrauen angesprochen“, erzählt Doris Meyer. Bislang ohne Erfolg. Die Entscheidung, nicht weiterzumachen, hat nichts damit zu tun, dass man sich als Vorstandsteam nicht verstanden hätte. Ganz im Gegenteil, wie die drei Frauen im AZ-Gespräch erzählen: „Wir haben als Team ganz toll zusammengearbeitet. Jeder hat sich auf seinem Posten eingebracht.“

Private und zeitliche Gründe haben letztlich zu der Entscheidung geführt. Ebenso wie der Wunsch nach neuen Impulsen. „Es ist Zeit, dass jemand frischen Wind bringt“, meint Anne Päper. Sie sei weiterhin bereit, mal eine Veranstaltung zu organisieren. Aber: „Dieses Müssen möchte ich nicht mehr.“

Als Mitglieder wollen Doris Meyer, Anne Päper und Heike Meyer den Landfrauen auf jeden Fall erhalten bleiben: „Wir werden uns da nicht ausklinken, sondern nur in die zweite Reihe treten.“ Umso trauriger wären sie, würden sich keine Nachfolgerinnen finden lassen. Denn die Landfrauen seien eine gute Möglichkeit für Frauen, sich zu treffen, gemeinsam etwas zu unternehmen und sich zu diversen Themen zu informieren, findet Doris Meyer.

Rund 150 Mitglieder zählen die Bienenbütteler Landfrauen. Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 72 Jahren. Einmal im Monat – abgesehen von der Corona-Krise – treffen sie sich. Es gibt Vorträge zu ganz verschiedenen Themen wie Analphabetismus oder Erfahrungen einer Ärztin im Ausland. Auch Frühstückstreffen werden angeboten. Ein klassischer Treffpunkt für Bauersfrauen wie in den Anfangsjahren sind die Landfrauen schon lange nicht mehr. „Wir haben keine zehn Mitglieder, die noch aktiv in der Landwirtschaft sind“, berichtet Heike Meyer.

Was droht, ist ein Dornröschenschlaf

Die Landfrauen Bienenbüttel – übrigens kein gemeinnütziger, eingetragener Verein – seien auf neue Impulse angewiesen, sind Doris Meyer, Anne Päper und Heike Meyer überzeugt. Wenn es nach ihnen ginge, kämen diese neuen Ideen und Ansätze gerne auch von jüngeren Frauen. „Neue Angebote sind wichtig, aber auch Sachen, die die Älteren mit einfangen. Es kommt auf die gute Mischung an“, erklärt Anne Päper.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Vorsitzenden und ihrer Stellvertreterin zählt das Leiten der Mitgliederversammlung. In den Aufgabenbereich der Schriftführerin fällt auch die Organisation und Kommunikation mit den jeweiligen Referenten. Die Themenideen für die Vorträge entstehen jedoch im Kollektiv: „Da kann eigentlich jedes Mitglied Sachen vorschlagen“, erzählt Heike Meyer.

Sollten keine Nachfolgerinnen gefunden werden, droht den Landfrauen nicht direkt die Auflösung. „Aber es gebe niemanden, der etwas anpackt und organisiert“, sagt Anne Päper. Die Folge wäre vermutlich ein Dornröschenschlaf. So weit soll es nach Möglichkeit nicht kommen. VON FLORIAN BEYE

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