Die Markthalle als Vorbild

Landesvater Stephan Weil besucht Bienenbüttel und schnippelt Kräuter

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Ministerpräsident Stephan Weil rührt, assistiert von Philipp Roost, eigenhändig in der Markthalle einen Quark.

Bienenbüttel – Selbst ist der Mann. Das gilt auch für Ministerpräsident Stephan Weil, der es sich gestern nicht nehmen lässt, zwischen Eschede und Uelzen den Metronom zu steuern, mit dem er zu seiner dreitägigen Sommerreise startet.

Dafür erhält er von den Geschäftsführern Torsten Frahm und Lorenz Kasch den Titel des Ehrenlokführers verliehen. Erste Station der 700 Kilometer langen Tour ist die Markthalle Bienenbüttel.

Mit einem jovialen „Moin“ begrüßt der Landesvater Gründerin Loni Franke und Gemeinderäte, schüttelt Hände von Bürgern und verspricht einigen Damen, ihnen einen Besuch bei einer Landtagssitzung in Hannover zu vermitteln. Dann lässt er sich von Loni Franke „ihr Kind“, die Markthalle zeigen.

Seit 2010 hat die Bienenbüttelerin in den Räumen des ehemaligen Edeka-Markts einen Treffpunkt für den Ort und die Umgebung geschaffen, in dem Märkte, Modenschauen und Konzerte stattfinden und beim „Dorfgespräch“ interessante Bienenbütteler aus ihrem Leben erzählen. Entstanden sind auch 27 Arbeitsplätze. Dabei musste Loni Franke Anfangsschwierigkeiten und Rückschläge überwinden.

Auch aus dem Weinsortiment erhält Stephan Weil eine Kostprobe. 

„So was habe ich noch nicht gesehen“, staunt Weil. „Das ist ja so ‘ne Mischung aus Restaurant und Gemeindezentrum.“ An der Seite der Betreiberin, die das Restaurant gerade an ihre früheren Mitarbeiter Sarah Dabergott, Annemarie Meyer und Philipp Roost übergeben hat, erkundet der Landesvater die ungewöhnliche Einrichtung, die mit vielen regionalen Partnern zusammenarbeitet. So probiert Weil hier eine Körnerstange der Bäckerei Oetzmann aus Edendorf, dort eine Bratwurst des Bienenbütteler Herstellers Graefke und auch ein Bier des Bleckeder Brauhauses.

Die Bienenbütteler Markthalle von Loni Franke ist für den Landesvater ein Beispiel, was auf dem Land möglich ist.

„Ich bin wirklich beeindruckt. Das ist ein tolles Projekt, weil feststeht, dass es nur durch den Wagemut von Frau Franke möglich war“, ist Weil anschließend voll des Lobes. Solche Projekte als Vorbild herauszustellen, ist das Ziel seiner Reise. „Ich will einfach die Aufmerksamkeit darauf lenken, was im ländlichen Raum möglich ist.“

Ministerpräsident Stephan Weil rührt, assistiert von Philipp Roost, eigenhändig in der Markthalle einen Quark.

Und dann wird Weil wieder aktiv. In einer Schürze in der Farbe der Markthalle schneidet der Landesvater mit dem langen Küchenmesser Lauchzwiebeln und Kräuter für einen leckeren Quark und schmeckt das Ganze mit Salz und Zucker ab.

Am selben Tag informiert sich Weil auf dem Hof von der Ohe in Haarstorf bei Natendorf über die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Weitere Stationen sind heute und morgen Sprakensehl und Osterode am Harz.

VON GERHARD STERNITZKE

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