Landesbehörde bestätigt Angriff durch Isegrim / Tier aus Brandenburg streunt durch Landkreis

Wolf schlägt in Grünhagen zu

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Nun ist es bestätigt: Ein Wolf aus Brandenburg hat im Oktober 2013 die Schafe auf der Weide an der Ilmenau in Grünhagen getötet.

Grünhagen. Nun steht es fest: Die Schafe, die im Oktober letzten Jahres auf einer Weide nahe der Ilmenau bei Grünhagen gerissen wurden, fielen einem Wolf zum Opfer.

Das bestätigt jetzt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz – kurz NLWKN. Die genetische Untersuchung einer Speichelprobe habe den Wolfsangriff nachgewiesen.

Innerhalb von einer Woche wurde die Schafsherde eines Grünhagener Landwirts dreimal angegriffen. Insgesamt 15 Tiere starben an Verletzungen an Kopf und Körper. Ob ein wildernder Hund oder ein Wolf die Schafe getötet hatte, sollte der DNA-Test des NLWKN klären. Denn allein an Bissgröße und Statur der gerissenen Tiere ist nicht immer zu klären, um welchen Angreifer es sich handelte, erklärte der Wolf-Experte Klaus Bullerjahn, der bei zwei der drei Rissen vor Ort war.

Speichelproben wurden nur beim dritten Riss von Kadavern genommen, dennoch wurden alle drei Angriffe, bei denen insgesamt 15 Schafe starben, dem Wolf zugeschrieben. „Eine Probe wurde genommen und die anderen Risse wurden zum Beispiel aufgrund von Fotoanalysen dem Wolf zugeordnet“, berichtet Bullerjahn gestern auf AZ-Nachfrage. Alle drei Vorfälle wurden vom NLWKN amtlich als Wolfsrisse bestätigt. Was den Schafhalter auf Entschädigungen hoffen lassen dürfte. Denn wenn ein Wolf sicher als Verursacher nachgewiesen worden ist, kann der Nutztierhalter beim NLWKN entschädigende Gelder beantragen.

Laut DNA-Analyse handelt es sich bei dem Wolf, der sich an den Schafen an der Ilmenau zu schaffen gemacht hat, um einen Gast aus Brandenburg. Das Tier wurde vom NLWKN dem „Welzower Rudel“ zugeordnet, mit dem er verwandt sein soll. „Somit wurde in der Region ein Tier nachgewiesen, das nicht zum Munsteraner Rudel gehört“, erklärt Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Jägerschaft Niedersachsen. Klaus Bullerjahn überrascht dieses Ergebnis der Speichelprobe nicht: „Wer noch nicht mitbekommen hat, dass das hier Wolfsgebiet ist, hat gepennt – ein Wolf legt in der Nacht 50 Kilometer zurück“, sagt der Medinger. „Außerdem: Februar ist Ranzzeit. Das ist also ein möglicher Paarungskandidat für die Rudel hier.“

Er appelliert an Nutztierhalter, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen: Spezielle elektrische Zäune, Flatterband, Unterwühlschutz und Herdenschutzhunde an den Wildgattern würden den ungeliebten Isegrim fernhalten. Ängstliche Waldbesucher kann er zwar nicht vollkommen beruhigen, denn: „Wir würden uns unglaubwürdig machen, wenn wir sagen, der Wolf wäre ungefährlich.“ Dennoch: Der Mensch falle nicht in das Beuteschema des Wolfes – so betont es das NLWKN. Und auch Bullerjahn betont: Das Risiko, von einem Wolf angefallen zu werden, sei sehr gering. Grundsätzlich gelte: Der Wolf ist kein Lauer-, sondern ein Hetzjäger. Bullerjahn: „Er wird also nicht hinter einem Baum auf Spaziergänger warten.“

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