Risikofaktor Hochwasser

Lage des Bienenbütteler Mehrzweckzentrums sorgt für Standort-Debatte

Anstelle der in die Jahre gekommenen Ilmenauhalle soll ein modernes Mehrzweckzentrum gebaut werden.
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So wie jetzt die Ilmenauhalle würde künftig auch das neue Mehrzweckzentrum komplett im Überschwemmungsgebiet der Ilmenau liegen. Das sorgte jetzt im Bauausschuss noch einmal für Diskussionen.
  • Daniel Bieling
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Bienenbüttel – Was ist zu tun, damit das geplante Mehrzweckzentrum in Bienenbüttel keinem Hochwasser zum Opfer fällt? Darum ging es jetzt im Bauausschuss der Gemeinde. Denn so wie die alte Ilmenauhalle würde auch das neue Gebäude komplett im Überschwemmungsgebiet der Ilmenau liegen.

Daniel Cibis vom Planungsbüro Patt ging auf die von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Uelzen geäußerten Bedenken zum Standort des Zentrums ein und stellte die veränderten Planungen vor. Unter anderem soll die zulässige Grundfläche auf 3500 Quadratmeter reduziert werden, was laut Cibis das absolute Minimum für das Mehrzweckzentrum darstellt. Außerdem soll das Zentrum auf dem höchsten Punkt der Fläche gebaut werden, und die Bebauung der Grünflächen mit zum Beispiel Bänken oder Mülleimern soll begrenzt werden.

Planung mit Worst-Case-Szenario

Daneben soll durch einen Polder – eine Senke im Boden mit einer Tiefe von 50 bis 75 Zentimetern – zusätzliches Volumen zum Ausgleich des Hochwassers geschaffen werden. „Es wird so sein, dass wir beim Bebauungsplan vom Worst Case ausgehen“, betonte Cibis. Aktuell sei daher der maximal denkbare Ausgleich geplant, der später noch wieder gesenkt werden könne. Der genaue Standort des Polders sei noch unklar, sollte aber spätestens bis zum nächsten Verwaltungsausschuss festgesetzt sein, erklärte Cibis.

Bedenken beim Standort

Aufgrund des Risikos durch Überschwemmungen stellte Karl-Heinz Braunholz (KA) den Standort des Mehrzweckzentrums infrage: „Dass wir die Halle brauchen, steht gar nicht zur Diskussion. Aber vielleicht haben wir vor ein paar Jahren den falschen Weg eingeschlagen, diesen Standort zu wählen.“ Braunholz befürchtete steigende Kosten, da durch den Standort viele Gutachten nötig seien. Er gab außerdem zu bedenken, dass die Halle irgendwann wegen eines höheren Wasserpegels nicht mehr erreichbar sein könnte und forderte, die Bedenken des Landkreises ernst zu nehmen. „Der Standort ist aus meiner Sicht ein wenig unglücklich“, so Braunholz.

Bürgermeister Dr. Merlin Franke wies darauf hin, dass die Standortwahl 2017 einstimmig beschlossen worden sei. Er warnte zudem davor, jetzt eine Diskussion zur Standortfrage zu führen, da dies zu vielen Verzögerungen führe.

Diana Wendt-Dittmer – ebenfalls KA – betonte den Vorteil des gewählten Standorts, der sich in zentraler Lage befindet. Und mit Blick auf mögliche Überschwemmungen meinte sie augenzwinkernd: „Wir hatten mal eine richtig gute Wasserballmannschaft. Vielleicht findet die sich dann ja wieder.“

So einigten sich die Mitglieder des Bauausschusses einstimmig darauf, die Anregungen zu berücksichten und den angepassten Entwurf des Bebauungsplans des Mehrzweckzentrums zu billigen – unter der Voraussetzung, dass bis zur nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses der Standort für den Polder festgesetzt wird.

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