Mit lachendem und weinendem Auge

Freiwillige Feuerwehr Bienenbüttel zündet das letzte Osterfeuer an

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Noch einmal lodern am vergangenen Sonnabend die Flammen am Bienenbütteler Feuerwehrhaus.

Bienenbüttel – Die Bratwürste brutzelten, das Bier strömte, die Stockbrote backten und die Besucher schnackten – eigentlich war alles wie immer beim traditionellen Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr Bienenbüttel am Karsamstagabend.

Doch diesmal prägte auch eine gute Portion Wehmut die gemütliche Runde vor dem Feuerwehrhaus, denn das diesjährige Osterfeuer war, wie berichtet, wegen des anhaltenden Besuchermangels in den Vorjahren das vorerst letzte in Bienenbüttel – zumindest unter der Regie der Feuerwehr. Pressesprecher Stefan Kommert sieht‘s mit gemischten Gefühlen: „Einerseits ist es schade, andererseits gewinnen wir dadurch rund 400 Arbeitsstunden, die wir gut in die Aus- und Weiterbildung des Nachwuchses investieren können. “ Und den hat die Wehr reichlich, wie Ortsbrandmeister Carsten Buhr betont: „Die Kinder- und Jugendfeuerwehr ist mit 20 beziehungsweise 25 Plätzen voll besetzt, und es gibt sogar eine Warteliste. “.

Veranstaltungsmäßig werde man sich, so Kommert, in Zukunft auf das beliebte und längst auch überregional bekannte Weinfest im Spätsommer konzentrieren: „Daran halten wir definitiv fest und da stecken gerne unsere ehrenamtliche Arbeit hinein – das lebt!“ Das Osterfeuer habe dagegen weitgehend seine Beliebtheit als bevorzugter Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft und als Begegnungsort für die Neubürger verloren: „Traditionen und Bräuche ändern sich nun mal, und auch Bienenbüttel ist größer und anonymer geworden“, so Kommert. Das bestätigt auch sein Jungkamerad Andre Michalek, der den überwiegend aus getrocknetem Sturmholz aufgeschichteten Haufen um Punkt 19 Uhr effektiv und zeitsparend mit einem Gasbrenner anzündete: „Schade, dass sich die Gesellschaft so geändert hat und das Osterfeuer nicht mehr so angenommen wird wie früher.“

Karin Labait (links) und Gabriele Paul beim letzten Bienenbütteler Osterfeuer. Die beiden Freundinnen schlagen vor, zukünftig am Mühlenteich Feuerschalen aufzustellen.

Die beiden Freundinnen Gabriele Paul und Karin Labait dagegen führen die fehlende Resonanz in den vergangenen Jahren auf die Verlegung des Veranstaltungsortes vom Bienenbütteler Mühlenteich zum Feuerwehrhaus zurück: „Das Osterfeuer dort hatte viel mehr Flair, es war viel schöner, romantischer und weitläufiger“, sind sich die beiden einig. Ihr Vorschlag: „Man könnte dort mehrere kleine Feuerschalen aufstellen, in denen die Kinder ihre Stockbrote backen und sich wie früher auf Strohballen drumherum setzen. Es muss ja nicht immer alles so riesig sein.“

VON MARCUS KIEPPE

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