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Kultusminister Tonne besucht Grundschule Bienenbüttel

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Von: Jannis Wiepcke

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Besuch des niedersächsichen Kultusministers Grant Hendrik Tonne in der Bienenbütteler Grundschule
Der niedersächsiche Kultusminister GrantHendrik Tonne (SPD) suchte bei seinem Besuch in Bienenbüttel auch das direkte Gespräch mit den Grundschülern. © Wiepcke, Jannis

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat gestern die Grundschule in Bienenbüttel besucht. Vor Ort machte sich der SPD-Politiker vor allem ein Bild davon, wie die Integration von Kindern aus der Ukraine gut gelingen kann.

Bienenbüttel - Erst kam Corona, dann der Krieg in der Ukraine – das Schulsystem steht vor vielen Herausforderungen. Wie können in dieser schwierigen Situation trotzdem alle Kinder bestmöglich unterrichtet werden? Um eine Antwort auf diese Frage zu bekommen, besuchte der niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne gestern die Grundschule Bienenbüttel. Schüler, Lehrkräfte und Ehrenamtliche beweisen dort, dass die Integration der Geflüchteten nur bewältigt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen.

„Es ist kaum möglich, dass alles im normalen Unterricht zu leisten“, schilderte Schulleiterin Silke Beckmann dem SPD-Politiker ihre Erfahrungen bei der Begrüßung in der Pausenhalle. Die 15 ukrainischen Kinder, die die Grundschule infolge des russischen Angriffskrieges aufgenommen hat, benötigen aufgrund der vorhandenen Sprachbarriere eine deutlich intensivere Betreuung, bei der sich die Schule auch auf die Hilfe von Ehrenamtlichen, Vereinen und eine enge Zusammenarbeit mit den Schulbehörden verlassen muss.

Wie diese Unterstützung konkret aussieht, davon konnte sich der niedersächsische Kultusminister dann bei einem anschließenden Unterrichtsbesuch in einer der vierten Klassen der Grundschule überzeugen. Der gebürtige Pole Jan Górski, der ehrenamtlich für die beiden ukrainischen Mädchen Nastja und Juliana übersetzt, wusste Tonne zu berichten, wie schwierig die plötzliche Umstellung von der ukrainischen auf die deutsche Sprache für die Kinder ist: „Die brauchen wirklich Hilfe, sie integrieren sich nicht einfach so“, sagte Górski.

Dank der tatkräftigen Hilfe ihrer Lehrer und Mitschüler habe er bei Nastja und Juliana aber schnell Lern-Fortschritte beobachten können. Ihre Klassenmitglieder schilderten dem SPD-Politiker in

diesem Zusammenhang, wie sie ihre Faschingsfeier zu einer Friedensdemonstration verwandelt und Wilkommensgirlanden für die Flüchtlingskinder vorbereitet hatten.

„Das ist wirklich toll, wie ihr euch informiert und die Mitschüler sofort integriert habt“, zeigte sich Grant Hendrik Tonne von der Bereitschaft der Schüler angetan. Der SPD-Politiker würdigte auch die Leistung der Lehrer und der ehrenamtlichen Helfer. Die Bewältigung dieser Herausforderung erfordere „ein großes Maß“ an Flexibilität, weshalb für ihn auch mit Blick auf das kommende Schuljahr klar sei, dass zusätzliches Personal bereitgestellt werden müsse. Aufgrund der undurchschaubaren Situation sei es für ihn aber gleichzeitig schwierig, konkrete Versprechen abzugeben, so der Minister.

Dafür zeigten auch die Grundschullehrer Verständnis. Für sie zählte das Signal, das der niedersächsische Kultusminister mit seinem Besuch in der Einheitsgemeinde aussendete: Wir haben euch nicht vergessen. „Es ist wirklich toll, dass man in dieser Situation auch mal ein Lob bekommt“, brachte Lehrerin Martina Edert stellvertretend für das gesamte Bienenbütteler Kollegium ihren Dank zum Ausdruck.

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