Mit dem Fahrrad zur Kultur

Kulturradeln: In und rund um Bienenbüttel

Offene Atmosphäre: Wie im „Happy Hühnergarten“ gab es am Wochenende in vielen geöffneten Gärten zahlreiche Besucher des Kulturradelns, die hier verweilten.
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Offene Atmosphäre: Wie im „Happy Hühnergarten“ gab es am Wochenende in vielen geöffneten Gärten zahlreiche Besucher des Kulturradelns, die hier verweilten.

Bienenbüttel – Mit dem Fahrrad das Kulturleben der Einheitsgemeinde Bienenbüttel erkunden. Diese Möglichkeit haben jetzt wieder viele Menschen am Wochenende genutzt, als sie an den 24 Stationen des Kulturradelns die Vielfalt des Dorflebens entdecken konnten.

Es ist ja nicht so, dass sie zum ersten Mal dabei sind. Immer wieder schwingen sich Christa und Dietrich Westermann in den Sattel, wenn es in Bienenbüttel heißt: „Kulturradeln“. Am Wochenende war es soweit. Zum siebten Mal ging es an 24 Stationen in der Einheitsgemeinde rund um Kunst und Kultur. Die Michaeliskirche bot Turmbesteigungen, am Gemeindehaus präsentierten Geflüchtete ihre Fähigkeiten an der Nähmaschine – und es gab arabische Köstlichkeiten. Zahlreiche Bienenbütteler öffneten ihre Gärten. Vom klassischen Gesang, über Fotografie und Malerei bis zu Keramikarbeiten und Kunsthandwerk – der Kulturverein hatte ein eindrucksvolles Programm zusammengestellt.

Und so hatten die Westermanns am Nachmittag schon vier Stationen in Beverbeck und Neu-Steddorf abgeradelt, bevor sie am „Happy Hühnergarten“ in Bienenbüttel eintrafen. „Sieben bis acht Stationen schaffen wir. Und am Sonntagabend geht es in die Kirche, wo vier Chöre singen“, sagten sie.

Es gab Kunst im Garten zu bestaunen, wie zum Beispiel ein Keramik-Huhn von Manuela Hinze.

Der „Happy Hühnergarten“ von Heidi Zander und Wilfried Schröder war ein Besuchermagnet. Heidi Zander hatte eigens alle ihre Hühner aus Keramik, Glas oder Metall aus dem Haus in den Garten gebracht. Und bei strahlendem Sonnenschein hatte Zander auch eine Künstlerin eingeladen. Manuela Hinze stellte großformatige Arbeiten in Spachtel- und Acryltechnik mit Tiermotiven aus. Als Keramikarbeiten hatte die Künstlerin aus Rassau Hühner mitgebracht. Und so schloss sich der Kreis von den fünf, ganz lebendigen, Hühnern der Gastgeber, über die Sammelleidenschaft bis hin zur Kunst. Das Schätzspiel, wie viele Hühner im Garten ausgestellt wurden, beantwortete Heidi Zander der AZ schon am Sonnabend: 576 Hühner in allen Varianten waren im Garten sortiert.

Bild im Garten: Nadja Wiese (r.) und Ulrich Niehoff präsentierten Fotografien und Matineen, wie hier zum Verweilen.
Kaffee und Kuchen gab es für viele Besucher von den aufmerksamen Gastgebern.

Weniger tierisch, sondern klassisch ging es bei Nadja Wiese und Ulrich Niehoff in Neu-Steddorf zu. Sie luden am Sonnabend und Sonntag zu Matineen „..Rund um die Liebe“. Sehr gut besucht seien sie am Sonnabendmorgen gewesen, sagten beide. Wiese, selbst ausgebildete Sängerin, trug Robert Schumann oder Wolfgang Amadeus Mozart vor. Gedichte von Heinrich Heine oder Erich Frieds „Es ist, was es ist...“ wurden gelesen. Und die Besucher erhielten das ganze Wochenende über Gelegenheit, im Garten die Bilder des Berufsfotografen Niehoff zum Thema Liebe anzusehen. Niehoff, selbst im Kulturverein aktiv, hat dazu auch einen Bildband aufgelegt.

Gartenbesitzerin Barbara Witt.

Zahlreiche Besucher fand auch der Posaunenchor Wichmannsburg, der, ebenfalls in Neu-Steddorf, zum ersten Mal beim Kulturradeln dabei war. Die Bläser spielten am Sonnabendnachmittag bei Barbara und Detlef Witt. Barbara Witt, die ihren eindrucksvollen, ländlichen Garten erneut öffnete, sagte dazu: „Das ist ein Zurückgeben. Das Dorf hat uns einst mit offenen Armen empfangen.“

Heitere Gelassenheit: Besucher fühlten sich wohl, wie hier im Garten von Barbara Witt, in dem unter anderem viele hohe Stauden blühen.

So war das siebte Kulturradeln mit Gästen aus Frankreich und mit seinen Stationen auch in Hohenbostel, Hohnstorf und Wichmannsburg ein Erfolg. „Ich finde, es ist gigantisch. Es ist eine Super-Atmosphäre – und es sind sehr viele Radfahrer unterwegs“, sagte Christine Oehlmann, die Vorsitzende des Kulturvereins. Stimmt. Denn nicht nur die Westermanns hatten sich ein breites Programm zusammengestellt.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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