Änderung des Flächennutzungsplans: Hohnstorfer sehen kein öffentliches Interesse

Kritik an Bauvorhaben am Hohnstorfer Ortsrand

Damit der Betreiber eines Pferdehofs am südlichen Ortsrand in Hohnstorf zwei Wohngebäude errichten darf, soll der Flächennutzungsplan für das Areal geändert werden. Dieses Vorhaben stößt bei einigen Anwohnern auf Kritik. Sie haben nun schriftlich Stellung genommen.
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Damit der Betreiber eines Pferdehofs am südlichen Ortsrand in Hohnstorf zwei Wohngebäude errichten darf, soll der Flächennutzungsplan für das Areal geändert werden. Dieses Vorhaben stößt bei einigen Anwohnern auf Kritik. Sie haben nun schriftlich Stellung genommen.

Hohnstorf/Bienenbüttel – Ein Mitarbeiter- sowie ein Privathaus sollen am südlichen Ortsrand von Hohnstorf entstehen – außerhalb der eigentlichen Siedlung. So plant es der Besitzer eines örtlichen Pferdehofs.

Dazu sollen im Flächennutzungsplan ein Mischgebiet sowie eine private Grünfläche mit Zweckbindung als Weide ausgewiesen werden. Gegen dieses Vorhaben, das Teil der 30. Änderung des Flächennutzungsplans ist, regt sich im Ort jedoch Widerstand. Der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde berät in seiner morgigen Sitzung über die Thematik.

Vorwurf: Bebauung im Außenbereich

Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung hatten die Anwohner Gelegenheit, Einwendungen zu schreiben. „Das geplante Wohnhaus befindet sich deutlich außerhalb einer weitgehend erhaltenen Dorfstruktur. Die Änderung des Flächennutzungsplans ebnet faktisch den Weg zur Bebauung im Außenbereich“, heißt es in einer der Stellungnahmen.

Acht sind insgesamt eingegangen, einige sehr ausführlich, andere weniger. Alle gehen in dieselbe Richtung. Das öffentliche Interesse für die Änderung des Flächennutzungsplanes wird angezweifelt. „Es liegen hier nach wie vor ausschließlich private Interessen vor“, schreibt ein Anwohner. Es sei von einer unzulässigen Verkürzung der gemeindlichen Planungshoheit auszugehen, „da sich die Gemeinde den Vorstellungen des privaten Investors in Hohnstorf unterordnet“.

Nachträgliche Legitimierung?

Ein anderer Bürger weist darauf hin, dass die Planung des Mischgebietes wie eine nachträgliche Legitimierung der bisherigen Entwicklung auf der Fläche wirke. Die Gemeinde hatte in ihren Erläuterungen davon gesprochen, den Wildwuchs des Pferdehofs, der bislang stattgefunden hatte, mit der Änderung des Flächennutzungsplans beenden zu wollen. Es könne nicht im Interesse der Öffentlichkeit sein, dass auf diesem Wege eine „nachträgliche Legitimierung durchgeführter Veränderungen erfolgt“, moniert ein Anwohner. Ein anderer fürchtet sogar, dass so ein weiterer Wildwuchs des Pferdehofs befördert werde.

Die Gemeinde dagegen wird in ihren Abwägungen nicht müde zu betonen, dass sich die neue Bebauung aus ihrer Sicht in das Siedlungs- und Landschaftsbild einfüge. Dafür nennt die Verwaltung folgende Gründe: Die dargestellte gemischte Baufläche orientiere sich an der bestehenden dörflichen Nutzungsstruktur. Die zulässige bauliche Dichte orientiere sich an der vorhandenen Bebauung. Die neue Grenze des Siedlungskörpers werde durch die dargestellte Grünfläche bauleitplanerisch geordnet und gesichert. VON FLORIAN BEYE

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