Studie der Leuphana Universität soll Situation in Himbergen und Stoetze erforschen

Kreuzchen gegen Versorgungsnot

+
Mit Fragen um die Wünsche für die Versorgung auf dem Land und danach, wie dringend welche Lebensmittel gebraucht werden, soll die Nachfrage nach Märkten erforscht werden.

Himbergen/Stoetze/Landkreis. Die Gemeinden Himbergen und Stoetze werden zu einem Forschungsobjekt der Leuphana Universität in Lüneburg. In dem Projekt geht es darum, den Mangel an Einkaufsmöglichkeiten der Gemeinden zu ergründen.

Sechs Studierende unter der Leitung des Professors Dr. Peter Pez wollen im Rahmen einer Bedarfsanalyse von den Himbergern und den Stoetzern wissen, wie sie mit fehlenden Lebensmittelmärkten über die Runden kommen.

„Wir erhoffen uns genaue Erkenntnisse zunächst über die bestehende Versorgungssituation“, erläutert Pez. Das betreffe nicht nur Lebensmittel, sondern auch Dinge des täglichen Bedarfs, wie Toilettenpapier, Putzmittel oder Schreibwaren. „Und wir wollen wissen, was sich die Menschen als Versorgung wünschen. Das kann ein Dorfladen sein, ein Verkaufswagen, in dem es Dinge des täglichen Bedarfes gibt, aber auch eine verlässliche und praktikable Transportlösung – wie ein Bürgerbus zu Lebensmittelmärkten“, so der Wissenschaftler. Und: „Wie die Menschen es derzeit schaffen, sich zu versorgen, wüssten wir auch sehr gern.“ Denn die Untersuchung soll schlussendlich auch Möglichkeiten aufzeigen, wie Menschen es schaffen, sich zu versorgen. Und das gerade da, wo der demografischeWandel dafür sorgt, dass immer mehr ältere Menschen in einer immer schlechter versorgten Umgebung wohnen. „Vielleicht ergibt sich aus den Erfahrungswerten auch etwas, was wir selbst als Ansatz einer Lösung einordnen“, meint Pez. Das heißt: Findige Dorfbewohner, die den Wissenschaftlern vorleben, wie sie sich auf die schlechte Versorgung einstellen, – „irgendeine Form von Nachbarschaftshilfe, die möglicherweise besteht“, hofft Pez.

Für das Projekt wurde zunächst festgesetzt, welche Gemeinden im Bereich des ehemaligen Regierungsbezirks Lüneburg nur eine minimale Versorgung haben. Im zweiten Teil der Untersuchung – das ist der derzeitige – kommen dann die Bewohner dieser Bereiche für die Bedarfsanalyse zu Wort. Neben Himbergen und Stoetze betreffe das vor allem auch Gemeinden im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wie Pez erklärt. Der dritte Teil ist dann die Auswertung. Das Projekt ist ein Baustein des sogenannten „EU-Inkubators“ der Leuphana, der mit international besetzten Forschergruppen Geschäftsideen vorantreiben soll.

Das Forschungsprojekt ist in Gesellschaft mit anderen Projekten von Leuphana und Ostfalia-Hochschule Suderburg im Landkreis: Derzeit erforscht die Leuphana den Einfluss des Unternehmerzusammenschlusses in der Markthalle Bienenbüttel, und das Institut für Informationssysteme der Ostfalia Suderburg und die Gemeinde Suderburg erarbeiten Möglichkeiten, Dorfläden mittels moderner IT-Technik miteinander zu vernetzen (die AZ berichtete).

Von Kai Hasse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare