Bürgermeister Merlin Franke berichtet von „guten Gesprächen“

Kommt jetzt die Drogerie für Bienenbüttel?

Die Bahnhofstraße in Bienenbüttel.
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Lange schon wird darum gekämpft, wieder eine Drogerie nach Bienenbüttel zu holen – bislang vergeblich. Jetzt gibt es wieder Gespräche.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Bienenbüttel – Seit Jahren bemüht sich die Gemeinde Bienenbüttel, wieder einen Drogeriemarkt in den Kernort zu holen, seit Jahren sind die Bemühungen vergebens. 2012 hatte nach dem Aus der Schlecker-Kette auch die Filiale in Bienenbüttel schließen müssen. Jetzt könnte wieder Bewegung in die Sache kommen.

Laut Bürgermeister Dr. Merlin Franke befindet man sich „in guten Gesprächen“. Es gebe mehr als eine konkrete Anfrage, jedoch hätten alle Gesprächspartner in dem laufenden Projekt noch um Verschwiegenheit gebeten. Weite Infos kann Franke daher noch nicht liefern.

Breites Sortiment fehlt in Bienenbüttel

„Viele Menschen in Bienenbüttel – wenn nicht sogar alle – wünschen sich seit Langem, dass hier wieder ein Drogeriemarkt eröffnet“, betont Franke. Die persönlichen Gründe jedes Einzelnen liegen auf der Hand: „Als Vater von zwei kleinen Kindern geht es beispielsweise bei den Windeln schon los. Aber konkret fehlt diese Art von Sortiment in der Breite einfach in Bienenbüttel.“ Durch eine Drogerie gewinne die Bahnhofstraße an Attraktivität, zusätzliche Fahrten nur wegen eines Einkaufs in einer Drogerie nach Lüneburg, Bevensen oder Ebstorf seien dann nicht mehr nötig, so Franke. Dies sei gut für die Geschäftsinhaber Bienenbüttels, für die Umwelt und für die Bürger.

Woran ist es bislang gescheitert, einen Drogeriemarkt in Bienenbüttel anzusiedeln? Regelmäßig habe er „bei denen auf der Matte“ gestanden, sagt der Bürgermeister. „Alle Versuche meinerseits wurden in den letzten Jahren mit der nicht ausreichenden Einwohnerzahl der gesamten Einheitsgemeinde – jetzt 6900 – und mangelnder Perspektive abgelehnt.“ Letzteres habe sich aber durch das Siedlungsentwicklungskonzept verändert, was sich auch zum Beispiel auf die Ansiedlung von Ärzten auswirke. Eine Zeit lang sei Bienenbüttel geschrumpft: „Da gehen einem natürlich die Argumente aus“, sagt Franke. „Jetzt wachsen wir langsam, kontrolliert und moderat, das schafft Perspektiven – auch für die Analysen der Drogeristen.“

Genaue Analysen der Drogeristen

Die Expansionsabteilungen der Drogeristen, so erklärt der Bürgermeister, analysieren sehr genau, wie viele potenzielle Kunden in einer Region vorhanden sind. Ihre Anforderungen erklären die Unternehmen auf ihren Internetseiten selbst. So verweist die Drogeriemarktkette DM auf einen Einzugsbereich von circa 20 000 Einwohnern. Zudem müssten ausreichend Parkmöglichkeiten oder rund 50 eigene Parkplätze vorhanden sein. In Innenstädten sollte zudem eine Ladenfläche von mindestens 400 Quadratmetern, in Fachmarktlagen mindestens 500 Quadratmeter, geboten werden. Ähnliche Voraussetzungen nennt auch Rossmann, wobei als präferierte Standorte „Städte oder selbstständige Stadtteile ab circa 6000 Einwohner und großzügigem Einzugsgebiet“ genannt werden.

Mit der Drogerie gegen den Leerstand

An der Bahnhofstraße in Bienenbüttel kam es zuletzt durch den Umzug von „Malous Dekowelt“ zu einem Leerstand, die „Büddelbiene“ folgt bald – eine Drogerie könnte dem Trend entgegenwirken. „Leerstand in einem Ort ist immer schlecht“, betont Merlin Franke. „Deshalb ist es die Aufgabe aller – insbesondere aber auch des Bürgermeisters – dass es den Geschäften und Menschen hier in Bienenbüttel gut geht und jeder Leerstand so schnell wie möglich wieder mit Leben gefüllt wird.“

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