Lüneburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie weiht ihren neuen Seilgarten ein

Lüneburger Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie weiht Seilgarten ein

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Der achtjährige Elias Ens hat sichtlich Spaß im neuen Klettergarten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Lüneburg.

Lüneburg. „Die Kinder können beim Klettern und Balancieren Vertrauen entwickeln, zu sich selbst und zu anderen.

Sie lernen mit ihren Ängsten umzugehen und diese auch zu überwinden“, erklärt Dr. Alexander Naumann die therapeutischen Vorteile des neuen Niedrigseil-Klettergartens im Park der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, der jetzt offiziell eingeweiht wurde. Naumann ist Chefarzt der auch den Landkreis Uelzen stationär versorgenden Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP).

Die, so Naumann, „äußerst wichtige Ergänzung im Erlebnistherapieprogramm für Patienten im Alter von fünf bis 18 Jahren“ ist das erste erfolgreich realisierte Projekt der „Fundskerle“. Dieser vor etwa einem Jahr gegründete Förderkreis der Gesundheitsholding will immer da ansetzen, wo die aktuelle Krankenhausfinanzierung nicht ausreicht. Innerhalb weniger Monate kamen 20 000 Euro zusammen.

„Klar hab ich Lust, macht doch unheimlich Spaß“, lässt sich Kampagnen-Pate Elias auf die Frage nach einer Live-Demonstration nicht zweimal bitten. Und schon steht der Achtjährige auf der an einem Baum befestigten Holzplattform und setzt, unterstützt von Mama Nelli Ens und Sport- und Bewegungstherapeut Ingo Burgdorf, den rechten Fuß auf das in 60 Zentimetern Höhe gespannte, recht kippelige Seil. Doch Elias bewältigt die Aufgabe mit Bravour und seine strahlenden Augen sprechen Bände.

Die kleine Leonie Dreser probiert derweil den „Monkey Tree“ aus, eine mit Klettergriffen gespickte Eiche. Abgesichert von Burgdorf, klettert die Neunjährige behände den Baum empor, bevor sie schließlich in sechs Metern Höhe sichtlich beglückt das Kommando zum Abseilen gibt. „Es ist schon eine besondere Herausforderung, in die Höhe zu gehen, und bei dieser Teamarbeit lernen die Kinder nicht nur Eigenverantwortung, sondern auch Verantwortung für andere zu übernehmen. Das funktioniert nur mit klaren Absprachen und im gegenseitigen Vertrauen“, sagt Burgdorf, der die große Variabilität der öffentlich zugänglichen Anlage lobt: „Wir können je nach Bedarf den Schwierigkeitsgrad ändern.“

Und auch im Winter müssen die jungen Patienten in der Lüneburger KJPP nicht auf ihre Erlebnistherapie verzichten. „Wir kooperieren mit einer Kletterhalle in Lüneburg, die wir zu festen Terminen nutzen können“, berichtet Burgdorf.

Von Marcus Kieppe

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