Kleine Vögel sind sein Leibgericht

Immer mehr Marderhunde im Landkreis Uelzen

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Immer mehr Marderhunde leben im Landkreis Uelzen. 

Bornsen/Landkreis – Eigentlich sieht er mit seinem braunschwarzen Fell süß aus, doch weil er sich stark vermehrt, entstehen Probleme. Der Landkreis Uelzen ist besonders stark betroffenen von der Ausbreitung des Marderhunds.

„1985 kamen die ersten Marderhunde, 2002 fing es dann an, mehr zu werden, und seitdem geht es steil bergauf“, erinnert sich Heinrich Hellbrügge, Kreisjägermeister aus Bornsen. Das Anwachsen des Bestands spiegelt sich auch in den Zahlen der erlegten Tiere.

So wurden im Jagdjahr 2017/2018 im Landkreis Uelzen 404 erlegte Marderhunde gezählt. Im Vergleich dazu starben zum Beispiel im Kreis Lüneburg im vorigen Jagdjahr 360 Tiere und im Heidekreis 280. „Wir sind hier die Spitze“, sagt der Kreisjägermeister. Betrug die Strecke 2012/2013 noch 190 Marderhunde, so stieg die Zahl zwei Jahre später auf 332 an. Die höchste Zahl wurde mit 490 Tieren im Jahr 2016/2017 gezählt. Der Rückgang im vergangenen Jahr sei jedoch kein Zeichen dafür, dass die Population kleiner werde. „Der Einbruch lässt sich zum Beispiel durch Wildkrankheiten erklären“, sagt Bettina Heukamp, Vorstandsmitglied in der Jägerschaft des Landkreises Uelzen.

Neben wenigen natürlichen Feinden und guten Umweltbedingungen sei auch die starke Reproduktionsrate ein Grund für die hohe Verbreitung, weiß Hellbrügge. Denn ein Weibchen bringt pro Wurf bis zu neun Welpen zur Welt. „Von einer Erhöhung der Zahlen bei uns gehe ich aus“, warnt Hellbrügge.

Die Anzahl der Tiere sei unterschiedlich über den Landkreis verteilt und hänge davon ab, wie intensiv die Fallenjagd betrieben werde, so Hellbrügge. Denn dass die bis zu 70 Zentimeter langen Tiere gezielt geschossen werden, sei eher selten. Außerdem kommen einige der Marderhunde auch auf der Straße ums Leben.

Probleme bereiten die Alles-Fresser vor allem auf Feldern, denn auf der Suche nach Würmern wühlen sie den Boden auf. „Das Schlimmste ist aber, wenn es kleine Vögel oder Eier von Bodenbrütern erwischt“, sagt der Kreisjägermeister. Auf diese Weise werde das natürliche Gleichgewicht gestört. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden.

Von Lea-Sophie Penner

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