Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger“ gibt Einblick in die Landwirtschaft

Kinder als kritische Konsumenten

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Einen Blick hinter die Kulissen und die Abläufe auf einem landwirtschaftlichen Betrieb bekommen Schüler bei dem Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger“. Es wird jetzt für fünf Jahre verlängert. 

Barendorf. Wie gelangt die Milch ins Kühlregal? Wie kommen die Kartoffeln in den Supermarkt? Immer weniger Menschen haben Kontakt mit der Landwirtschaft und wissen, wie und in welchen Formen sie betrieben wird.

Dort setzt das Projekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ an, das jetzt für weitere fünf Jahre durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes sowie von den Ländern Bremen und Niedersachsen gefördert wird.

Insgesamt haben sich 50 regionale Bildungsträger aus Landwirtschaft und Umweltbildung zusammengeschlossen, um Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln insbesondere für junge Menschen erlebbar zu machen. So sind etwa das Umweltbildungszentrum Schubz der Hansestadt Lüneburg oder das Otter-Zentrum Hankensbüttel dabei.

Malte Groß

„Das Wissen über die Landwirtschaft ist generell und gerade bei Kindern aus Städten geringer geworden“, sagt Malte Groß von der Zentralen Koordinierungsstelle des Projekts im Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide in Barendorf. Daher sei es das vorrangige Ziel, den Kindern zu vermitteln, wie Lebensmittel entstehen und welche Formen von Landwirtschaft es gibt.

Insgesamt beteiligen sich mehr als 400 landwirtschaftliche und weiterverarbeitende Betriebe als Lernort an dem Projekt. Die Spanne reicht von großen konventionellen bis zu ökologischen Betrieben. Das Ziel: „Die Kinder sollen kritische Verbraucher werden, die ein Bewusstsein für Lebensmittel entwickeln und sich selbstständig und informiert für etwas entscheiden“, sagt Groß. So betreuen Kindergartenkinder und Grundschüler zum Beispiel für ein Jahr ein eigenes Beet auf den beteiligten Höfen. „Sie erleben hautnah alles vom Säen über die Pflege und Ernte bis zum Kochen. Da schmeckt dann selbst die Rote Bete“, meint Groß.

Herausfordernd sei es, das Thema Landwirtschaft altersgerecht zu vermitteln. So spiele bei älteren Schülern auch das Thema Berufswahl eine wichtige Rolle. Das Angebot selbst erfolgt ergänzend zum normalen Schulunterricht. „Durch die Förderung sind die Veranstaltungen für die Schüler kostenlos“, sagt Groß. Weitere Informationen zu dem Projekt und Kooperationspartnern gibt es im Internet unter www.transparenz-schaffen.de.

Von Lars Lohmann

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