Wasser- und Bodenverband Uelzen schaffte neue Laichplätze für Bachforellen und Co.

Kiesbetten für 20 000 Euro

Rund 200 Tonnen groben Kies, wie ihn hier Verbandsingenieur Ingmar Sannes (Foto links) in der Hand hält, hat der Wasserverband Uelzen in den Forellenbach in Grünhagen und Eitzen eingetragen. Kinder aus dem Waldkindergarten Bienenbüttel erkundeten die neuen Kiesbetten bereits. Fotos: Beye/privat
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Rund 200 Tonnen groben Kies, wie ihn hier Verbandsingenieur Ingmar Sannes in der Hand hält, hat der Wasserverband Uelzen in den Forellenbach in Grünhagen und Eitzen eingetragen. 

eye Grünhagen. Mit Traktor, Anhänger und Bagger waren sie angerückt, die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Uelzen. Mit Schubkarren und Schaufeln schafften sie rund 200 bis 250 Tonnen Kies in den Eitzener Bach – besser bekannt als Forellenbach.

Der sollte nämlich seinem Namen wieder gerecht werden. „Vor vielen Jahren hatte man die Kiesbetten aus dem Gewässer entfernt, um es tiefer zu machen“, erklärt Verbandsingenieur Ingmar Sannes. Bachforellen und Mühlkoppen benötigen aber Kiesbetten als Laichplätze. „Jetzt bietet der Bach wieder die Möglichkeit dazu“, sagt Sannes.

Kinder aus dem Waldkindergarten Bienenbüttel erkundeten die neuen Kiesbetten bereits.

An drei Stellen hat der Wasser- und Bodenverband neue Kiesbetten geschaffen, eins im Bereich Eitzen und zwei in Grünhagen, wo der Bach nahe der Bundesstraße 4 in die Ilmenau fließt. Der Grund des Bachs bestand nach der Kiesentnahme viele Jahre lang nur aus Sand und Schlamm. Eine Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union zwang den Verband nun zum Handeln: „Die Unterhaltungsverbände sollen ihre Gewässer bis 2021 in einen guten ökologischen Zustand bringen“, erklärt Sannes.

Nach der Maßnahme ist der Forellenbach das nun wieder. Nicht nur für Fische sind die Kiesbetten wichtig, betont Sannes. Auch Kleinstlebewesen wie Bachflohkrebse und Eintagsfliegenlarven finden dort geeignete Plätze. Und diese Tierchen wiederum dienen als Nahrung für Fische. Damit die Kiesbetten nicht von nachgespülten Sand und Schlamm bedeckt werden, wurden Stellen ausgewählt, an denen die Fließgeschwindigkeit höher ist. „Wir hoffen, dass der Sand einfach über den Kies gespült wird. Auch deshalb sei eine grobe Körnung wichtig.

Rund 20 000 Euro hat es gekostet, die neuen Kiesbetten zu schaffen. Zu 90 Prozent wurde das Projekt mit Landesmitteln aus der Kleinmaßnahmenrichtlinie finanziert. Die übrigen zehn Prozent waren Eigenmittel der NABU-Kreisgruppe und der Landesforsten. Insgesamt dauerten die Arbeiten etwa drei Wochen.

Dass im Wald am Bach Menschen arbeiteten, blieb natürlich auch in der Nachbarschaft nicht unbemerkt. Von Motorengeräuschen im Wald berichtet Norbert Adick, Leiter des Waldkindergartens „Die Waldbienen“. Prompt machten sich die Kinder neugierig auf den Weg, um zu schauen, wer dort arbeitete. Das sei für die Kinder spannend gewesen, berichtet Adick. Denn der Forellenbach habe mit Kies ganz anders ausgesehen und auch anders gerochen als vorher. Er vermutet, dass „die Kinder ab sofort von der Brücke am Eitzener Kirchsteig noch aufmerksamer ins Wasser schauen und nach Forellen Ausschau halten werden“.

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