Bornser Landbesitzer sind mit Versuch gescheitert, doch einen Windpark am Süsing durchzusetzen

Bornsen: Keine Windräder in Schutzgebiet

15 Landbesitzer aus Bornsen wollten von der Windenergie profitieren. Doch der Landkreis bleibt dabei: Das Landschaftsschutzgebiet Süsing wird für das Vorhaben nicht verkleinert. Archivfoto: Wendlandt
+
15 Landbesitzer aus Bornsen wollten von der Windenergie profitieren. Doch der Landkreis bleibt dabei: Das Landschaftsschutzgebiet Süsing wird für das Vorhaben nicht verkleinert.

Bornsen. Wenn der Wind weht, dann brummen die Generatoren. Fast 27 000 Windräder in Deutschland bringen es nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR, Stand Juli 2016) mittlerweile auf rund 44 000 Megawatt Leistung.

Von dem Boom der Windenergie profitieren auch viele Landwirte. In Bornsen haben sich 15 Grundeigentümer zusammengeschlossen, um von dem Boom zu profitieren. Der Betreiber NWind aus Hannover sollte auf 64 Hektar Fläche sieben Windräder mit 200 Metern Höhe errichten. Doch daraus wird nichts.

Das Projekt war durchaus umstritten. Der Landkreis hätte das Landschaftsschutzgebiet Süsing verkleinern müssen, um die Millionen-Investition zu ermöglichen. Widerstand kam nicht nur von Bürgern aus dem benachbarten Velgen, die 120 Unterschriften sammelten. Auch die Bienenbütteler Grünen lehnten das Vorhaben ab. „Hier zieht der Rotmilan seine Kreise. Und auch Schwarzstörche wurden bereits gesichert“, verkündete Ratsherr Reinhard Schelle-Grote bei einem „naturkundlichen Spaziergang“ durch den Süsing. Obwohl der Landkreis schon zu diesem Zeitpunkt eine Verkleinerung des Schutzgebiets verworfen hatte, hofften die Bornsener Grundbesitzer und der Investor bis zum Schluss, dass die Entscheidung noch revidiert würde.

Jetzt liegt das Regionale Raumordnungsprogramm öffentlich aus. Der Bornser Windpark ist nicht enthalten. Der Landkreis hat grundsätzlich ausgeschlossen, dass Landschaftsschutzgebiete angetastet werden. „Dies ist damit zu begründen, dass die im Landkreis Uelzen festgesetzten Landschaftsschutzgebiete grundsätzlich dem Erhalt der Vielfalt, Eigenart und Schönheit der Landschaft dienen“, heißt es in dem Papier. Zudem wird auf den Wert für die Naherholung hingewiesen. Diese Funktionen würden durch die Errichtung großtechnischer Anlagen erheblich gestört.

Ortsvorsteher und Landwirt Heinrich Hellbrügge ist enttäuscht. „Da ist kein Milan“, sagt er. „Das Gebiet ist völlig frei und problemlos.“ Das weise ein avifaunistisches Gutachten nach.

In Frage gestellt war der Bornser Windpark auch aus einem anderen Grund. Um die erhöhte Vergütung für Windstrom müssen sich Investoren nämlich jetzt in einem Ausschreibungsverfahren bewerben (AZ berichtete). Dadurch soll der Anstieg der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) gebremst werden, den die Stromkunden zahlen. „Für Private“, sagt Hellbrügge, „ist das Bauen von Windrädern schwerer gemacht worden.“

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare