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Keine Spur vom Angeklagten

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Von: Lars Lohmann

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Am Landgericht Lüneburg musste der Prozess gegen einen 50-Jährigen Lüneburger erneut vertagt werden, weil er zum zweiten Mal nicht vor Gericht erschien. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft. Foto: Sternitzke
Am Landgericht Lüneburg musste der Prozess gegen einen 50-Jährigen Lüneburger erneut vertagt werden, weil er zum zweiten Mal nicht vor Gericht erschien. Die Staatsanwaltschaft beantragte Untersuchungshaft. © Sternitzke

Lüneburg. Richter, Schöffen, Staatsanwaltschaft, Verteidigung, Sachverständiger und Zeuge – alle waren abermals im Saal 1. 21 des Lüneburger Landgerichtes pünktlich erschienen, nur der 50-jährige Angeklagte kam wieder nicht zum Prozess.

Als der Angeklagte nach 15 Minuten immer noch nicht erschienen war, wurde der Prozess erneut vertagt. Der Staatsanwalt beantragte zudem Untersuchungshaft für den Lüneburger, dem von der Staatsanwaltschaft räuberische Erpressung im besonders schweren Fall und Diebstahl mit Waffen vorgeworfen wird.

„Der Angeklagte war bereits zum ersten Verhandlungstermin nicht erschienen und die Polizei sollte ihn nun vorführen. Sie konnte ihm aber nicht habhaft werden“, berichtet Dr. Stefan Stoldolkowitz, Pressesprecher des Lüneburger Landgerichts. Über den Antrag zur Untersuchungshaft habe die Große Strafkammer noch nicht entschieden. Er gehe aber aller Wahrscheinlichkeit davon aus, dass der Angeklagte in Untersuchungshaft kommen werde.

Die 3. Große Strafkammer werde sich in der Zwischenzeit zunächst mit dem Gutachten zu einer möglichen schweren Alkoholsucht des Angeklagten beschäftigen. Das könnte sich gegebenenfalls strafmildernd auswirken, so Stoldolkowitz.

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft am 23. August 2016 in einem Lüneburger Supermarkt Alkohol und Süßigkeiten im Gesamtwert von 96 Euro entwendet haben. Die Beute habe er in seinen Ärmeln und einem Rucksack versteckt. Dabei habe er in seiner Hosentasche ein Einhandmesser mitgeführt. Zum Schein habe er an der Kasse drei Bierflaschen im Werte von 96 Cent bezahlt. Er sei aber von einer Angestellten erwischt und ins Büro gebeten worden.

Dort habe er die Gegenstände auf einen Tisch gelegt und währenddessen mit dem Messer in der Hand herumgespielt. Dies habe ein Angestellter des Supermarktes beobachtet. Als der Angeklagte zwei Bierflaschen in den Rucksack packte und aufstand, habe er dem Mitarbeiter gedroht, ihn 21 mal in die Halsschlagader zu stechen. Zudem habe er zu einer anderen Angestellten gesagt: „Warte bis Feierabend, dann bist du tot“.

Auch zwei Polizisten hat er laut Staatsanwaltschaft damit gedroht, dass er die Beamtin mit einem Bolzenschussgerät erschießen und ihren Kollegen und dessen Familie mit einem Revolver.

Neben der Tat vom 23. August werden dem Lüneburger zudem noch zwei weitere Diebstähle am 24. und 25. August zur Last gelegt.

Von Lars Lohmann

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