Paddelverbot an Feiertagen

Keine Bootstouren an Pfingsten und Himmelfahrt im Landkreis Lüneburg

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„Mit dem Verbot an Himmelfahrt kann ich mitgehen, das zu Pfingsten kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Oliver Homann-Stahl zu den Änderungen der Kanuverordnung des Landkreises Lüneburg. 

Bienenbüttel/Lüneburg – Jetzt ist es offiziell: Der Landkreis Lüneburg wird künftig Kanutouren an Pfingsten und Himmelfahrt auf Ilmenau und Luhe untersagen. Außerdem soll nur noch zwischen 9 und 20 Uhr auf den Flüssen gepaddelt werden.

Das empfahl der Umweltausschuss des Nachbarkreises. Die Verordnung soll zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Damit können Luhe und Ilmenau 2019 noch ein letztes Mal zu Pfingsten und Himmelfahrt befahren werden.

Auf der Ilmenau gilt das Verbot zwischen der Uelzener Kreisgrenze und der Stadtgrenze von Lüneburg. Man hoffe, dass mit der Regelung Störungen und Vandalismus in den Naturschutzgebieten endlich ein Ende habe, heißt es von der Verwaltung.

Unmittelbar betroffen ist der Bienenbütteler Kanu-Verleih von Tanja Stahl und ihrem Mann Oliver Homann-Stahl. „Mit dem Verbot an Himmelfahrt kann ich mitgehen, das zu Pfingsten kann ich nicht nachvollziehen“, sagt Homann-Stahl auf AZ-Nachfrage. Zu Himmelfahrt seien mehr schwarze Schafe zu Lande und zu Wasser unterwegs als normalerweise, die sich nicht an die Regeln im Naturschutzgebiet halten. Dann seien auch viele Schlauchboote auf der Ilmenau unterwegs. „Pfingsten trifft es viele Familien, die ein ganzes Wochenende auf der Ilmenau unterwegs sind und in Bevensen, Bienenbüttel oder Melbeck übernachten“, so Homann-Stahl.

Jetzt habe man gemeinsam ein Jahr Zeit, Ideen zu entwickeln, wie man Kanutourismus und Naturschutz noch besser zusammenbringen könne. So könne die gute Infrastruktur im Landkreis Uelzen weiter verbessert werden und durch mehr Informationen viele Probleme im Vorfeld beseitigt werden. „Die Gespräche mit den Kunden, das Alkoholverbot und die Kennzeichnung der Boote haben schon Wirkung gezeigt“, sagt Homann-Stahl. So informiere man die Kunden im Vorfeld, wie sie sich im Naturschutzgebiet zu verhalten haben. Um dies zu unterstützen, könnte man Schilder aufstellen, die auf Anlegeverbote hinweisen oder über den nächsten Rastplatz und das dortige Angebot. „Wenn jemand sieht, dass es ein paar hundert Meter vom Anleger entfernt Toiletten gibt, hockt er sich nicht in den Wald“, sagt Homann-Stahl. Außerdem könnten auch Gaststätten davon profitieren, wenn auf sie hingewiesen wird.

So kann sich Homann-Stahl auch vorstellen, das gemeinsam mit Touristikern ein Konzept für die Ilmenau entwickelt wird. „Wichtig ist, dass wir die Zeit jetzt nutzen und frühzeitig entschieden wird“, sagt Homann-Stahl.

VON LARS LOHMANN

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