Kein Respekt vorm Gotteshaus

Unbekannte stehlen Kupfer-Fallrohe an der St.-Michaelis-Kirche in Bienenbüttel

Bienenbüttel. So etwas hat Jürgen Bade in seiner 16-jährigen Amtszeit als Pastor in Bienenbüttel zuvor noch nicht erlebt: Unbekannte haben vermutlich in der Nacht zu Mittwoch Stücke von zwei Regenfallrohren aus Kupfer an der St. -Michaelis-Kirche abmontiert und gestohlen.

„Das ist eine Frechheit“, sind sich Pastor Jürgen Bade (links) und Hausmeister Bastian Küster einig. Unbekannte haben Teile der Kupfer-Fallrohre an der St.-Michaelis-Kirche entwendet.

„Dass sich hier einer an der Kirche vergeht, finde ich schon ein starkes Stück, eine Frechheit“, schimpft Bade. Es zeige, dass einige Menschen heute nicht mal mehr Respekt vor Gotteshäusern hätten. Von solchen Taten zum Beispiel an Wohnhäusern höre man ja häufiger, sagt der Pastor: „Das ist schon schlimm, aber an einer Kirche ist es noch mal etwas anderes.“ Schließlich müsse der Schaden auch von der Kirchensteuer bezahlt werden und treffe so die Allgemeinheit.

Dass Teile der Fallrohre – es geht um zweimal gut 1,50 Meter – fehlen, ist dem Hausmeister der Kirchengemeinde, Bastian Küster, beim Reinigen des Geländes rund um die Kirche aufgefallen. Dort, wo die Rohre in den Boden gehen, habe man deutlich erkennen können, dass die Täter stark am Rohr rütteln mussten, um es abzukriegen, berichtet Küster. Dass nur zwei kurze Rohstücke entwendet wurden, erklärt er sich damit, dass die Täter für die übrigen Rohrstücke weiter oben eine Leiter gebraucht hätten. „Die haben nur schnell das mitgenommen, wo sie leicht rankamen.“

Komisch ist aber eines: Zwei jeweils rund 40 Zentimeter lange Kupferrohrteile – nämlich die, die in den Boden führen – sind zwar aus der Erde gezogen, aber einfach liegen gelassen worden. „Vielleicht wurden die Täter gestört“, vermuten Jürgen Bade und Bastian Küster.

Immer wieder kommt es zu Diebstählen von Kupferrohren, berichtet Kai Richter, Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen: „Mal an Wohnhäusern, mal an Dorfgemeinschaftshäusern und mal eben auch an Kirchen.“ Dabei handele es sich aber um Einzelfälle und nicht um „Horden, die über die Lande ziehen und Kupferrohre stehen, um diese zu Geld zu machen“, betont der Polizeisprecher. Insgesamt sei die Zahl dieser Diebstähle in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die Aufklärung der Taten gestalte sich immer schwierig, erklärt Richter. Denn: „Die Spurenlage ist meist recht dürftig.“

Von Florian Beye

Rubriklistenbild: © Beye

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