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Kartoffelernte in Stadorf hat im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen

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Von: Jannis Wiepcke

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Daniel Brunhöber vor der Rodemaschine
Der Steddorfer Landwirt Daniel Brunhöber erntet mit seinem Traktor und seiner Rodemaschine im Auftrag anderer Landwirte. © Wiepcke, Jannis

Von Anfang September bis Ende Oktober ist Erntezeit für die Speisekartoffel. Die Landwirte Karsten Schulz aus Staddorf (im Bild) und der Steddorfer Daniel Brunhöber sind daher gerade fleißig damit beschäftigt, die Kartoffeln auf dem Kartoffelroder von unerwünschtem Beiwerk wie Steinen zu befreien. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der geernteten Kartoffeln aber abgenommen.

Steddorf/Stadorf - Auf der Rodemaschine des Steddorfer Landwirts Daniel Brunhöber werden die Speisekartoffeln unsanft aus ihrer langen Sommerruhe gerüttelt: Von Anfang bis Ende Oktober ist Haupterntezeit. Nachdem die Knollen aus der Erde befördert wurden, durchlaufen sie mehrere Siebbänder und landen schließlich auf einem weiteren Band, auf dem sie per Hand von verbliebenen Wurzelresten, verdorbenen Exemplaren und Gestein getrennt werden – steinig stellt sich die Kartoffelernte aber auch nach dem Aussortieren dar: Die Erträge der Stadorfer Landwirte Karsten Schulz und Maike Schulz-Broers, für die Brunhöfer arbeitet, sind im Vergleich zum Vorjahr beispielsweise um bis zu 20 Prozent zurückgegangen.

„ Die Pommes werden diesmal kleiner“, verbildlicht Daniel Brunhöber, der mit seiner Rodemaschine und seinem Traktor im Auftrag der Landwirte Kartoffeln erntet. Die ernüchternde Situation ist seiner Meinung nach das Ergebnis der überdurchschnittlich heißen und trockenen Sommermonate – eine Ansicht, die auch Landwirtin Maike Schulz-Broer teilt.

„Wenn wir noch so ein Jahr kriegen, dann wird es richtig eng für uns“, sagt sie in eindringlichem Ton. Fünf bis sieben Mal hätten die Landwirte allein in diesem Jahr ihre Felder bewässern müssen. Dadurch würde es wiederum an Wasserreserven für die Bewässerung von anderen Anbauprodukten wie Weizen mangeln – ein finanzieller Teufelskreis.

Immerhin: Die Qualität der geernteten Speiseartoffeln – etwa vom Typ Lilli oder Gala – stellt Landwirt Karsten Schulz auch in diesem Jahr zufrieden. Für ihn kommt es nun darauf an, die Kartoffeln so wenig wie möglich zu beschädigen, damit sie am Markt auch Abnehmer finden. Nach der Ernte werden die Knollen in kleine Holzkisten und nicht direkt in den Anhänger gerodet, um nicht zu sehr übereinandergestapelt zu werden und Druckstellen zu bekommen.

Im Lager werden die Kartoffeln dann zunächst einmal schonend von zwölf auf vier Grad heruntergekühlt und so ein „Wundheilprozess“ der Knollen eingeleitet.

Den würden sich Lohnunternehmer Daniel Brunhöber und seine Auftraggeber im übertragenen Sinne auch fürs Klima und ihren Kartoffel-Ernteertrag wünschen...

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