Kapital, das wachsen will

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Für Menschen, die keine Angehörigen haben, könnte die Bienenbütteler Bürgerstiftung eine Möglichkeit sein, mit dem Nachlass noch Gutes zu tun.

Bienenbüttel - Von Ines Bräutigam. Sie soll unter anderem die Jugend- und Seniorenarbeit fördern, die Arbeit von Menschen mit Behinderungen, Kunst und Kultur, Denkmal- und Heimatpflege, aber auch Umweltschutz, Wissenschaft und Sport: die Bürgerstiftung für Bienenbüttel.

Der Rat der Gemeinde hat jetzt die Satzung beschlossen, die Grundlage für die Stiftung sein wird. Die Bürgerstiftung will Vorhaben fördern, die im Interesse der Gemeinde Bienenbüttel und ihrer Bürger liegen, und die nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben gehören. Das Stiftungskapital wird 50 000 Euro betragen – jeweils die Hälfte davon wird zur Verfügung gestellt von der Gemeinde, die dafür einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf des VSE-Geländes verwendet, und von André Trouillé, Geschäftsführer der Firma Almased Vitalkost. Helmuth Schlagowski (SPD) meldete vor diesem Hintergrund „wirtschaftlich große Bedenken hinsichtlich des Sinns“ an. Jedem war klar, dass mit dem Anfangskapital keine großen Sprünge zu machen sind. Schlagowski hielt es allerdings nicht für möglich, dass „ein vernünftiges Kapital“ jemals erreicht werden kann. „Ist der Inhalt der Satzung wirklich tragfähig?“ stellte der SPD-Ratsherr in den Raum und riet zu einer „generellen Machbarkeitsstudie“. Bürgermeister Heinz-Günter Waltje, der viel Zeit und Arbeit in die Vorbereitung der Stiftung gesteckt hatte, war vor den Kopf geschlagen. „Da fehlen mir die Worte zu manchen Äußerungen“, sagte er zu Schlagowski. Er wolle die 50 000 Euro als „Startschuss“ verstanden wissen. Die Stiftung sei eine interessante Alternative für Menschen ohne Angehörige. Denn sie könnten ihr Vermögen der Stiftung vermachen. Hans-Jürgen Franke (Kommunalpolitische Alternative, KA) fand eine intensivere Diskussion müßig. „Das ‘ob’ ist längst beschlossen“, stellte er fest und wollte deswegen auch keine Grundsatzdiskussion mehr führen. Die Entscheidung fiel dann auch bei einer Gegenstimme von Helmuth Schlagowski einstimmig für die Gründung der Bürgerstiftung aus.

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