Man kann was bewegen

Der Steddorfer Politikstudent Jakob Blankenburg ist neuer Landesvorsitzender der Jusos

Die neuen Juso-Landesvorsitzenden Jakob Blankenburg (Steddorf) und Amy Selbig. „Viele Dinge, für die die Landespolitik zuständig ist, betreffen die Jugend“, sagt der 19-jährige Politikstudent.
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Die neuen Juso-Landesvorsitzenden Jakob Blankenburg (Steddorf) und Amy Selbig. „Viele Dinge, für die die Landespolitik zuständig ist, betreffen die Jugend“, sagt der 19-jährige Politikstudent.
  • Gerhard Sternitzke
    VonGerhard Sternitzke
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Hannover/Steddorf. „Es war nicht geplant“, sagt Jakob Blankenburg. Es, damit meint er seine Wahl zum Landesvorsitzenden der Jusos.

Sein Vorgänger Leonard Kuntscher hatte bei der Landeskonferenz der SPD-Nachwuchsorganisation in Hannover die Mehrheit zur Wiederwahl verpasst – daraufhin stellte sich der Steddorfer, eigentlich für den Stellvertreter-Posten vorgesehen, zur Wahl. Zusammen mit Amy Selbig aus Osnabrück (20) bildet der 19-Jährige Politik-Student aus dem Bienenbütteler Ortsteil Steddorf nun für ein Jahr eine Doppelspitze.

Als die AZ den neuen Landeschef erreicht, ist er noch bei seinem Job in Celle – als studentischer Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann. Die ewige Klage über eine unpolitische Jugend? „Viele Dinge, für die die Landespolitik zuständig ist, betreffen die Jugend: Schule, Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr“, gibt Blankenburg zu bedenken, der seit November auch im Bienenbütteler Gemeinderat und im Uelzener Kreistag mitmischt.

Dass man über die 6000 Mitglieder starke Jugendorganisation etwas erreichen könne, zeige die Jugendnetzcard, die 2018 in der Region Hannover eingeführt wird, eine Forderung der Jusos, die Blankenburg gerne auf ganz Niedersachsen ausdehnen würde: „Schüler, Studenten und Azubis, die eine schulische Ausbildung machen, fahren dann für 15 Euro im Monat durch die ganze Region Hannover.“

Politisiert wurde der Steddorfer, wie er erzählt, schon in der Schule: „Ich hatte einen ganz coolen Politiklehrer. Der hat uns gezwungen, Nachrichten zu gucken, und wir haben in der Schule ein Projekt über Fracking gemacht.“ Der Widerstand gegen die mutmaßlich umweltschädliche Fördermethode brachte ihn zunächst zum Bund für Umwelt und Naturschutz und – über ein Praktikum im Bundestag – zu den Jusos. Dort engagiert er sich vor allem gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus. So war er im vorigen Jahr Organisator des Uelzener Festivals gegen Rassismus und beteiligte sich am Protest gegen den Auftritt der AfD-Größen Armin-Paul Hampel und Alexander Gauland in der Stadt.

Zur Mutterpartei unterhalten die Jusos laut Blankenburg ein Verhältnis kritischer Solidarität. So treten sie – anders als die niedersächsische SPD – für die Legalisierung von Cannabis ein. „Alkohol ist viel gefährlicher“, ist Blankenburg überzeugt. Im beginnenden Landtagswahlkampf werde man die SPD natürlich unterstützen.

Im Wahlkreisbüro von Kirsten Lühmann hat Jakob Blankenburg gelernt, wie durchgetaktet das Leben eines Politikers ist, und wie gut jeder einzelne Termin vorbereitet sein will. Eigene Pläne für eine Karriere in einem Parlament hat er (noch) nicht: „Ich mach’ mir noch keine Gedanken drüber. Ich hab’ noch viel Zeit.“

Von Gerhard Sternitzke

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