Ehemaliger Kreisbrandmeister Friedrich Thiele aus Grünhagen ist im Alter von 79 Jahren verstorben

„Kameradschaft für ein Leben“

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Der frühere Kreisbrandmeister Friedrich Thiele 1998 auf einer Versammlung in Rosche. Der Grünhagener war beliebt, konnte aber auch hart sein. Jetzt ist er im Alter von 79 Jahren verstorben. 

Grünhagen. Wenn es brennt, ruft man die 112. Die Leitstelle des Landkreises setzt dann Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in Marsch – scheinbar eine Selbstverständlichkeit. Doch der Euronotruf wurde erst Anfang der Achtzigerjahre eingeführt.

Zuvor mussten Betroffene oder Zeugen den jeweiligen Ortsbrandmeister anrufen. Die Umsetzung im Landkreis Uelzen und damit die Einführung der Leitstelle fiel in die Amtszeit von Kreisbrandmeister Friedrich Thiele. Am 6. Juli ist der Grünhagener im Alter von 79 Jahren verstorben.

Die Feuerwehr war sein Lebensinhalt, nicht nur in den Jahren 1982 bis 1994, in denen Fritz Thiele, wie ihn alle nannten, das höchste Feuerwehramt innehatte. Noch im Februar vorigen Jahres nahm der Ehrenkreisbrandmeister an einer Kommandositzung teil. „Er war immer gern in der Reihe der Aktiven und hat immer gern einen Tipp aus seiner Erfahrung gegeben“, erinnert sich der heutige Kreisbrandmeister Helmut Rüger – der ihn erst später, als Vorsitzenden der Feuerwehrseniorenkameradschaft kennenlernte.

Im Amt dagegen zeigte der selbstständige Versicherungskaufmann Führungsstärke, eine Qualität, die Thiele möglicherweise als Offizier und Zeitsoldat erwarb. „Er konnte mal hart sein, für manche auch zu hart“, weiß Rüger. Im Einsatz gibt es eben keine Diskussion. Dennoch war der Grünhagener beliebt. „Feuerwehr, das ist Kameradschaft für ein ganzes Leben“, zitiert Rüger den Verstorbenen.

Mit 16 trat Thiele 1956 in die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf ein. Er engagierte sich in der Landjugend und landwirtschaftlichen Verein. Aufgrund seines Umzugs wechselte er 1969 zur Bienenbütteler Feuerwehr. 1973 – da hatte er den Rang eines Hauptbrandmeisters – wurde er zum Gemeindebrandmeister in Bienenbüttel gewählt. Dieses Amt übte er bis 1982 aus.

Als oberster Feuerwehrmann im Kreis und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands setzte sich Thiele besonders für den Aufbau der Jugendfeuerwehren und die Brandschutzerziehung sowie – damals alles andere als selbstverständlich – für die verstärkte Aufnahme von Frauen in die Wehren ein. „Da war er seiner Zeit voraus“, hebt Rüger hervor.

Auch im Umgang mit den Kommunen zeigte sich Thiele energisch. Weil Bad Bevensen und Bad Bodenteich sich weigerten, die gesetzlichen Voraussetzungen für Stützpunktwehren zu erfüllen, zog er bis zum Oberverwaltungsgericht, berichtet sein Nachfolger Hans-Jürgen Hildebrand.

Für sein Lebenswerk in 60 Jahren Feuerwehr sowie als CDU-Ratsherr in Bienenbüttel wurde Thiele mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet. „Friedrich Thiele hat durch seinen unermüdlichen Einsatz in vorbildlicher Pflichterfüllung bleibende Verdienste erworben“, hebt Erster Kreisrat Uwe Liestmann hervor. „Wir werden uns gern an ihn erinnern und sein Andenken in Ehren halten.“

Von Gerhard Sternitzke

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