Bienenbütteler Gilde proklamiert ihren neuen Schützenkönig

Jubel für Kai Lüneburg

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Da strahlt sie, die neue Majestät in Bienenbüttel: Kai Lüneburg setzte sich beim Königsschießen gegen 20 Mitbewerber durch und wurde bei der Proklamation gebührend gefeiert.

Bienenbüttel. „Wir haben auch in diesem Jahr wieder eine Majestät“, verkündete freudig Bürgermeister Heinz-Günter Waltje. 21 Mitglieder der Schützengilde Bienenbüttel wollten die Königswürde erringen.

Waltje spannte die Gesellschaft ein wenig auf die Folter, in dem er meinte, dass der König 2012 ein junger Mann unter 40 Jahren und ein relativ junges Gildemitglied sei, der 1988 schon einmal Kindermajestät war. Als er Kai Lüneburg ausrief, ging der Name im Jubel fast unter. Er schoss einen 287,3-Teiler.

Eines machte Waltje bei der Proklamation von Jungschützenkönigin Alicia Witthöft deutlich: So gut wie sie habe der König nicht geschossen (Teiler 142). Und noch besser war Jonas Pätzmann, er schoss einen Teiler von 33,0. Dem neuen Schützenkönig wurde der Beiname „Der Gallier“ verliehen. Seine Adjutanten sind Thomas Ehlers und Thorsten Käther.

Die Liste der Ehrengäste, die der 1. Gildeherr Matthias Kruskop beim Königsfrühstück begrüßte, war lang: Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Abordnungen befreundeter Vereine und Gilden aus Jelmstorf, Ebstorf, Dannenberg und des Damenschießclubs und der KK Bienenbüttel. In seiner Festrede revidierte er die öfter in den Medien zu lesenden Negativ-Schlagzeilen über Königswürde und Königsbürde, dass Schützenuniformen in die Altkleidersammlung gehörten oder in den Vereinen Militarismus verherrlicht werde. „Solche Schlagzeilen und Vorwürfe kann ich in keinster Weise bestätigen, geschweige den akzeptieren“, sagte Kruskop. Im Gegenteil. „Die Sportschützen sind mit ihrem höchst anspruchsvollen Sport in unserer Heimat fest verwurzelt.“ Der Schießsport sei zurecht eine angesehene Sportart, und eine olympische Disziplin und Traditionspflege sei nichts Überholtes oder Rückständiges. „Lasst uns unser Schützenfest in fröhlicher Ausgelassenheit gemeinsam miteinander feiern“, rief er der Festgesellschaft zu.

Bürgermeister Heinz-Günter Waltje ging in seinem Grußwort nicht auf Olympia ein, sondern auf die Fußball-Europameisterschaft und hier insbesondere auf den Ohrwurm „An Tagen wie diesen“ von den Toten Hosen. „An Tagen wie diesen sollten wir die Seele baumeln lassen, und die Geselligkeit ist beim Schützenfest trägt einen wichtigen Teil dazu bei.“ Dem scheidenden König Jens Wegener dankte er für ein gelungenes Königsjahr. Ihm galt insbesondere das Königsfrühstück.

Begleitet von 60 Feuerwehrleuten mit dem Spielmannszug Bienenbüttel und den Heidejägern unter Leitung von Jürgen Stauche zog der König in die Ilmenauhalle ein. Die vielen Feuerwehrleute erklärten sich durch das internationale Zeltlager der Feuerwehren, das zeitgleich in Bienenbüttel stattfindet. Der Festwirt Oliver Brink wurde mit einem „Kellnerpokal“ ausgezeichnet, als kleines Dankeschön für den reibungslosen Ablauf des Festes in den letzten Jahren. Die Sponsorenscheibe (KK 50 Meter/Auflage und 20 Meter Revolver) ging mit 284 Ringen an Thomas Waltje.

Pünktlich um 13 Uhr begann dann das Königsschießen. Und von den Ergebnissen sickerte nichts durch. „Ich habe in elf Jahren noch nie erlebt, dass durchgesickert ist, wer König wird“, sagte Bürgermeister Waltje. Er selbst bekomme erst kurz vor der Proklamation den Namen der neuen Majestät genannt.

Von Gudrun Kiriczi

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