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Ju-Jutsuka Laura Müller beim „Dorfgespräch“

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Von: Jannis Wiepcke

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Laura Müller präsentierte Loni Franke und den Besuchern in der Bienenbütteler Markthalle die Bronzemedaille
Laura Müller präsentierte Loni Franke und den Besuchern in der Bienenbütteler Markthalle die Bronzemedaille, die sie bei der Europameisterschaft der Senioren im israelischen Naharija gewonnen hat. © Wiepcke, Jannis

Die Edendorfer Ju-Jutsuka Laura Müller ist in ihrer Disziplin und Altersklasse unter anderem deutsche Meisterin und holte Bronze bei WM und EM. Am Donnerstagabend war sie beim Bienenbütteler „Dorfgespräch“ zu Gast.

Bienenbüttel - Schlagen, treten, würgen: Beim Kampfsport Ju-Jutsu, der sich zu einem großen Teil aus Karate- und Judo-Techniken zusammensetzt, kann es zuweilen ganz schön wild zur Sache gehen. Umso überraschter zeigte sich Moderatorin Loni Franke daher über den aufgeräumten und abgeklärten Eindruck, den ihr Gast Laura Müller am Donnerstag beim „Dorfgespräch“ in der Bienbütteler Markthalle machte. Viel wichtiger als ihre beachtliche Trophäensammlung ist der 25-Jährigen nämlich der Spaß am Wettkampf.

„Ich kann mich auch freuen, wenn ich nicht auf dem Treppchen bin“, berichtete Laura Müller im Gespräch mit Loni Franke. Diese Einstellung habe sie jedoch auch erst erlernen müssen: „Mit jedem Wettkampf gewinnt man an Erfahrung und merkt, dass es nicht schlimm ist, zu verlieren“.

Angefangen hat die heute 25-Jährige 2005 mit Judo in Bienenbüttel. Ein Jahr später wechselte sie dann zum Ju-Jutsu, weil sie „einfach noch ein bisschen mehr“ Kampfsport machen wollte. „Man kriegt am Anfang oft auf die Mütze, aber wenn man das erste Mal gewinnt, dann macht das was mit einem“, erklärte sie. Über regionale Entscheide und Landesmeisterschaften arbeitete sie sich bis in den Bundeskader.

Detaillreich wusste Laura Müller dabei von den Würgemalen und blauen Flecken zu erzählen, die sie von Wettkämpfen und Trainings davongetragen habe. Der große Gegenlohn für die verwunderten Blicke ihrer Mitschüler sei dafür gewesen, dass die Sportart ihr als jungem Mädchen unglaublich viel Selbstvertrauen gegeben habe und sie sich nachts auf der Straße sicher gefühlt habe. Dazu wurde sie nicht müde zu betonen, wie viel Spaß sie nach wie vor am Ju-Jutsu habe, auch wenn dieses im Schatten der großen Kampfsportarten wie Judo oder Karate stehe und nicht bei Olympia vertreten sei.

„Ich kann mir einfach nicht vorstellen, nicht so viel Sport zu machen“, erklärte Laura Müller. Angesichts dessen müsse sie aber nicht nur gegen ihre Kontrahenten, sondern auch um ihre Freizeit kämpfen: Die Ju-Jutsuka, die für eine Krankenversicherung arbeitet, trainiert sechs Mal in der Woche – zum Beispiel an der sogenannten Wurfpuppe – um sich auf Wettbewerbe vorzubereiten. Die führen sie rund um den Globus, nach Israel, Abu Dhabi oder Schweden. Einen Sonderurlaub oder Preisgeld gibt es dafür allerdings nicht.

Ende November steht nun die WM in Abu Dhabi an –den nötigen Ehrgeiz ließ Laura Müller zum Ende doch aufblitzen: „Aufs Treppchen will ich auf jeden Fall, aber besser als Platz drei wäre toll“, sagte die Edendorferin.

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