Gemeinde Bienenbüttel verteilte Obstbäume an 22 neue Erdenbürger / Drei Zwillingspaare

„Jetzt bitte nicht neidisch werden“

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22 Obstbäume für Neugeborene: 19 Familien waren der Einladung der Gemeinde Bienenbüttel gefolgt. Drei Elternpaare freuten sich über doppelten Nachwuchs. 

Bienenbüttel. Sie heißen Julian, David, Laura, Marlon-Marco, Reinhild, Charlotte, Grace oder Matti. Einige sind oft nörgelig und schlafen wenig, andere sind pflegeleicht und schlafen seit der ersten Nacht durch.

Als am Sonnabend Mütter und Väter ihre neugeborenen Babys in der Bienenbütteler Markthalle vorstellen, ist so ziemlich alles dabei. Gemeinde und Kirchengemeinde hatten zur 19. Baumpflanzaktion für neue Erdenbürger eingeladen. 19 Familien mit 22 Babys sind der Einladung gefolgt. Drei Elternpaare freuen sich über doppelten Nachwuchs. „Insgesamt sind von März bis 1. September in der Einheitsgemeinde 29 Kinder geboren“, erzählt Elke Doll vom Einwohnermeldeamt, die die Aktion seit der Premiere im Jahr 2008 eröffnet.

Sven und Milena Sljaka wählten für ihre vier Monate alte Tochter Emilia einen Apfelbaum aus.

„Jetzt bitte nicht neidisch werden, aber unsere Kleine schläft seit der ersten Nacht durch“, sagt Sven Sljaka, als er seine vier Monate alte Tochter Emilia vorstellt. Einige Eltern seufzen, andere lachen. Für Emilia haben sich Sven Sljaka und seine Frau Milena einen Apfelbaum ausgesucht, den sie in ihrem Garten in Hohenbostel pflanzen wollen. Der Start sei etwas holprig gewesen, erzählt der sichtlich stolze Vater: „Aber jetzt ist alles gut, wir sind glücklich.“

Dick eingepackt im Kinderwagen: Der kleine Julian ist der Sohn von Daniel und Mareike Gottfried aus Bienenbüttel.

Von Tagen, an denen „der Kleine eher ungnädig ist“, berichtet Daniel Gottfried aus Bienenbüttel. An anderen Tagen schlafe Sohn Julian viel und ruhig. Für ihren knapp drei Monate alten Nachwuchs haben sich Daniel und Mareike Gottfried für einen Birnenbaum entschieden. „Das ist mal was anderes.“

Die Stimmung in der Markthalle war locker. Wo man auch hinschaute, blickte man in glückliche und stolze Gesichter von Eltern, Großeltern, Geschwister, Paten und anderen Bekannten. Ein paar Babys schliefen in den Armen ihrer Mütter und Väter, andere lagen im Kinderwagen. Vereinzelt waren Schreie zu hören. Die älteren Geschwister liefen umher, jagten sich durch den großen Raum. Dennoch war der Geräuschpegel überschaubar.

„Ich freue mich, dass Sie heute hier sind, und möchte vor allem unsere 22 kleinen Hauptdarsteller begrüßen, die neuen Erdenbürger“, sagte Bürgermeister Dr. Merlin Franke. Bislang habe die Gemeinde 399 Bäume für Neugeborene gepflanzt, an diesem Sonnabend kommen 22 weitere hinzu. „Wir sind auf dem Weg zum 500. Baum.“ Man versuche in der Gemeinde so familienfreundlich wie möglich zu, für Tipps und Verbesserungsvorschläge sei man aber immer dankbar, betonte Franke.

Kinder in die Welt zu setzen, sei eine spannende Aufgabe, sagte Bienenbüttels Pastor Jürgen Bade: „Jedes Kind hat seine ganz eigene Persönlichkeit, jedes geht seinen eigenen Weg.“ Die Kirchengemeinde sei gerne bereit, bei allen möglichen Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Geburt eines neuen Erdenbürgers mit dem Pflanzen eines Baumes zu feiern, sei ein gutes Symbol: „Denn ein Baum wird – wenn man ihn gut pflegt – so alt wie ein Mensch“, meinte Bade.

Von Florian Beye

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