Elfjähriger aus Rettmer besiegt in Bienenbüttel alle seine Gegner

Simultanschach: Jeremy Hommer schafft 14 aus 14

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Ein Blick, eine Entscheidung: Jeremy Hommer brauchte nur wenige Sekunden für seine Züge.

ute Bienenbüttel. Die sonnenlichtdurchflutete Diele der Bienenbütteler Markthalle füllt sich allmählich. Im Mittelpunkt ist diesmal nicht der riesige Holztisch, sondern zwei Tischreihen mit aufgestellten Schachbrettern – besser ausgedrückt: Kunststoffflächen mit Schachmuster.

Dazu die mit Blei im Fußbereich beschwerten Figuren. Noch bleiben ein paar Minuten, um mit dem elfjährigen Jeremy Hommer aus Rettmer zu plaudern. Der überaus talentierte Schüler war bereits viermal Landesmeister. An diesem Sonntag hat er nun gleich 14 Gegner im so genannten Simultanschach.

Schon mal gemacht? „Ja, viermal“, antwortet der Junge mit der flotten Brille, gegeltem dunklen Lockenkopf und leuchtend gelbem Shirt. Mutter Swetlana Hommer ist mit dabei und antwortet häufig für ihren Sohn. „Mit fünf Jahren hat er Schach vom Opa gelernt, der uns auch häufiger begleitet. Wir sind oft deutschlandweit unterwegs und begleiten Jeremy zu Turnieren.“

Gespannte Blicke: Hier beobachten gleich mehrere Gegner den nächsten Zug des elfjährigen mehrmaligen Schach-Landesmeisters.

Inzwischen haben die Spieler aus Bienenbüttel und Umgebung Platz genommen. Da ist ein Siebenjähriger dabei, ein Senior aus dem Ort, Mitglieder in der Schachabteilung des Sportvereins, Interessierte. Drei Generationen und – wie immer noch recht selten – auch drei Frauen und ein Mädchen. Markthallenbetreiberin Loni Franke begrüßt und zollt den Spielern Respekt, Organisator Karol Lalla stellt den geplanten Ablauf vor – und los geht es.

Jeremy geht von Spieler zu Spieler, begrüßt mit Handschlag und setzt den ersten Zug. Er wird noch häufiger im Rund gehen. Manchmal bleibt er kurz stehen und überlegt, dann greift er entschlossen mit Schwung der linken Hand eine Figur und platziert sie. Während der Spielpartner jetzt Zeit hat zu überlegen, was er nun macht, spielt Jeremy zügig und überlegt weiter und weiter. Entscheidungen treffen und für die Konsequenzen gerade stehen ist für jeden angesagt.

Es ist bekannt, dass Schach zu folgerichtigem Denken erzieht, die Kombinationsfähigkeit erhöht, die Fantasie anregt, den Mut zum Risiko hebt, die Entschlusskraft fördert, Geduld und Zuversicht stärkt, die kritische Einstellung zu sich selbst und anderen gegenüber übt. Es wird sogar die Meinung vertreten, dass Schach in seinem Wechselspiel vom Raum der Felder und der Kraft der Figuren, von Zug und Zeit, das menschliche Leben symbolisiert.

Doch das interessiert die Spielenden gerade gar nicht. Ruhig, zügig, hoch konzentriert geht Jeremy von Brett zu Brett, schaut, urteilt, zieht. Nach einer halben Stunde hat er die ersten besiegt. Am Schluss alle 14.

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