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Jakobskreuzkraut breitet sich verstärkt in der Gemeinde Bienenbüttel aus

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Von: Jannis Wiepcke

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Raupen vom Jakobskrautbär auf dem Jakobskreuzkraut
Das einheimische Jakobskreuzkraut blüht von Juni bis in den Oktober hinein in einem prächtigen Gelb und dient einer Menge Insekten – hier der Raupe des Blutbären – als Nahrung. © Privat

Die Bienenbütteler Verwaltung ist alarmiert: In diesem Jahr hat sich auf Wiesen und Seitenrändern in der Einheitsgemeinde wieder verstärkt das giftige Jakobskreuzkraut ausgebreitet. Bürger sollen nun dabei helfen, die Gefahr zu bannen, indem sie einzelne Pflanzen ausreißen oder ausstechen. 

Bienenbüttel - Der NABU-Kreisverband Uelzen ruft hierbei allerdings zu umsichtigem Verhalten auf. In bestimmten Fällen sei es „nicht falsch, wenn das Jakobskreuzkraut bekämpft wird“, erklärt NABU-Mitglied Waldemar Golnik. Seit Langem sei etwa bekannt, dass das Jakobskreuzkraut eine Gefahr für Weidetiere darstelle, wenn es von ihnen gefressen werde. „Bereits geringe Dosen der im Jakobskreuzkraut produzierten Pyrrolozidin-Alkaloide können besonders bei Pferden und Rindern zu einer chronischen Lebervergiftung und schlussendlich zum Tod führen“, ergänzt Aaron Jaschok vom Bauernverband Nordostniedersachsen.

Obwohl selbst die Zahl der Verdachtsfälle verschwindend gering sei, sollten Tierhalter, Gartenbesitzer und Imker laut dem zweiten Uelzener NABU-Vorsitzenden Fritz Kaune daher darauf achten, dass die invasive Pflanze „vor der Samenausbildung entfernt wird.“ Rasant vermehren kann sich das Jakobskreuzkraut, dessen gelbe Zungenblüten charakteristisch sind, nämlich durch seine flugfähigen Samen.

Anders sieht die Lage jedoch in Bereichen aus, die nicht oder nur kaum von Mensch und Nutztieren beansprucht werden. Der Uelzener NABU-Kreisverband verweist hier auf den schleswig-holsteinischen Landesverband, der in einer Stellungnahme deutlich macht, dass das Jakobskreutzkraut auch eine wichtige Rolle für die Insektenvielfalt spielt. In Schleswig-Holstein seien unter anderem vier Flohkäferarten darauf nachgewiesen – wenn die Giftpflanze im Allgemeinen radikal bekämpft werde, würden für die Verbreitung dieser Arten wichtige „Trittsteine“ fehlen. Beim Umbrechen und Mulchen von Flächen mit Jakobskreuzkraut würden laut dem Landesverband zudem unzählige Wirbellose getötet und in manchen Fällen auch Nester von Bodenbrütern oder durch Wiesenameisen entstandene natürliche Strukturen beseitigt.

So kommt der Uelzener NABU-Kreisverband zu dem Ergebnis, dass bei der Entfernung der Pflanzen immer mit Augenmaß vorgegangen und von Fall zu Fall entschieden werden sollte. Ganz eindeutig ist laut Fritz Kaune jedoch zu empfehlen, dass die Bürger im Einsatz gegen das Jakobskreuzkraut Handschuhe verwenden. Das Gift der Pflanze kann beim Menschen schon bei Berührung zu Leberschäden führen.

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